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"Der Dany rennt den Medien nach": Trittin attackiert Cohn-Bendit

Im Kreuzfeuer der Journalistenfragen zeigt sich der Spitzenkandidat der Grünen entspannt und siegessicher. Auf einen Plan B für eine Niederlage bei der Bundestagswahl will er sich nicht einlassen, für ihn zählt nur ein rot-grüner Sieg. Trotzdem fährt er keinen Schmusekurs mit der SPD.

Jürgen Trittin hält das Programm der Grünen für sozialer als das der SPD. In der n-tv Sendung "Bei Brender!" sagte der Spitzenkandidat: "Es gibt keinen Sozialdemokraten, der ernsthaft dafür streitet, dass es einen höheren Satz für Hartz-IV-Empfänger gibt." Der SPD warf er implizit vor, auf die "Perspektive des männlichen, gewerkschaftlich organisierten Facharbeiters" beschränkt zu sein. Den Grünen gehe es dagegen auch darum, "dass man prekäre Verhältnisse und Minijobs regeln muss, wenn man für mehr Teilhabe und Gerechtigkeit sorgen will."

Trittin lehnt es ab, sich klar für die SPD als Koalitionspartner zu bekennen, wie es SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert. Eine inhaltliche Basis für Bündnisse mit CDU und FDP sieht er aber auch nicht: "Soziale Gerechtigkeit geht nun mal nicht mit der FDP. Offene Gesellschaft und mehr Europa geht nicht mit der CSU. Und mit dem Wirtschaftrat der CDU geht auch keine Gerechtigkeit."

Der grüne Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit hatte von den deutschen Grünen gefordert, sich für eine schwarz-grüne Koalition zu öffnen. Trittin tat das als populistische Forderung ab. "Es hat mich eher gewundert, dass es drei Tage gebraucht hat, bis er auf diesen Pressehype aufgesprungen ist", sagte Trittin über seinen Parteifreund. "Der Dany Cohn-Bendit wechselt seine Meinung nach der veröffentlichten Meinung. Das ist nix Neues. Ich habe mich nur gewundert, dass er so lange dafür gebraucht hat."

Im Falle einer Regierungsbeteiligung wollen die Grünen Vermögende stärker belasten und für eine Umverteilung sorgen. "Das Wort Umverteilung löst bei manchen Leuten Schrecken aus. Es ist eher eine Art Rückverteilung", so Trittin. In den letzten zehn Jahren habe es eine Anhäufung von Reichtum bei den oberen 10 Prozent und gleichzeitig immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse gegeben. "Das ist eine Umverteilung, die auf Dauer nicht gut geht und die korrigiert werden muss."

Mit Blick auf die Hartz-Reformen, die die Grünen mitgetragen hatten, sagte Trittin: "Wenn wir dabei eigene Fehler korrigieren, dann ist das gut und richtig so. Das zeugt ja nur davon, dass man nicht stur und dumpfbackig das immer weiter macht, was man früher mal gemacht hat, sondern auch aus realen Entwicklungen lernen kann."

Quelle: n-tv.de

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