Politik
Trump hält Gespräche mit Nordkorea für Zeitverschwendung.
Trump hält Gespräche mit Nordkorea für Zeitverschwendung.(Foto: dpa)
Sonntag, 08. Oktober 2017

"Sorry, nur eins funktioniert": Trump droht mal wieder auf Twitter

Erneut greift Donald Trump zu seiner liebsten Form der Kommunikation und droht Nordkorea auf Twitter. Während die Tirade Kim Jong Un wohl nur ein müdes Gähnen entlocken dürfte, stellt der US-Präsident mit dem Tweet seinen Außenminister bloß.

US-Präsident Donald Trump hat im Konflikt um das nordkoreanische Atom-und Raketenprogramm eine neue Drohung gegen Pjöngjang gerichtet. Auf Twitter bekräftigte er seine Ansicht, dass Gespräche mit Nordkorea eine Zeitverschwendung seien. Präsidenten und Regierungen hätten 25 Jahre lang mit Nordkorea gesprochen, es seien Vereinbarungen getroffen und Riesenmengen Geld ausgegeben worden.

"Hat nicht funktioniert", fuhr Trump fort. "Vereinbarungen (wurden) verletzt, bevor die Tinte trocken war, USA-Unterhändler wurden zum Narren gehalten. Sorry, aber nur eine Sache wird funktionieren!" Zwar erklärte der US-Präsident nicht, auf welche "Sache" er anspielte, in Hinblick auf Äußerungen in der Vergangenheit kann aber davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um militärische Aktionen handelt. So hatte Trump bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung im September sogar gedroht, die USA würden Nordkorea "völlig zerstören", sollte Pjöngjang im Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenken.

Militäreinsatz kompliziert und gefährlich

Mit seinem neuesten Tweet in Richtung Nordkorea schießt der US-Präsident nun nicht nur verbal gegen Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, sondern erneut auch gegen seinen eigenen Außenminister Rex Tillerson. Dieser hatte kürzlich von direkten Kontakten mit Nordkorea berichtet, in denen ausgelotet werden soll, ob Nordkorea Interesse an Gesprächen habe. Postwendend hatte Trump daraufhin getwittert, was Tillerson tue, sei reine Zeitverschwendung.

In Washington sind neben Tillerson jedoch auch andere ranghohe Regierungsmitarbeiter davon überzeugt, dass ein militärisches Eingreifen auf der koreanischen Halbinsel kompliziert und gefährlich wäre. Insbesondere die Reichweite nordkoreanischer Artillerie zur dicht besiedelten südkoreanischen Hauptstadt Seoul birgt das Risiko eines fatalen Gegenschlags aus Pjöngjang.

Die internationale Gemeinschaft hat bereits eine Reihe von harten Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Die nordkoreanische Führung gibt sich bisher aber unbeeindruckt. So unternahm Pjöngjang am 3. September seinen bislang stärksten Atomwaffentest. Zudem testet Nordkorea regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Quelle: n-tv.de

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