Politik
Der US-Zerstörer USS Wayne E. Meyer (l.) bei einer gemeinsamen Übung mit der südkoreanischen Marine vor der Küste des Landes.
Der US-Zerstörer USS Wayne E. Meyer (l.) bei einer gemeinsamen Übung mit der südkoreanischen Marine vor der Küste des Landes.(Foto: AP)
Freitag, 28. April 2017

Nordkorea im Visier: Trump warnt vor "großem, großem Konflikt"

Der Nordkorea-Konflikt kommt nicht zur Ruhe. Erneut warnt US-Präsident Trump vor einer Eskalation, weil eine diplomatische Lösung "sehr schwierig" sei. Allerdings streitet er sich auch mit Südkorea über die Kosten für ein Raketenabwehrsystem.

US-Präsident Donald Trump hat im Konflikt mit Nordkorea erneut vor einer militärischen Eskalation gewarnt. Trump sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er strebe eigentlich eine diplomatische Lösung des Streits um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm an. Aber das sei "sehr schwierig". "Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben", sagte Trump.

Thementag 100 Tage Trump

Der US-Präsident feiert sein erstes kleines Amtsjubiläum. Wir nehmen dieses Datum zum Anlass, um eine erste Bilanz zu ziehen. Neben zahlreichen Artikeln auf unserer Internetseite finden Sie deshalb auch auf unserem Fernsehsender eine Reihe von Sondersendungen.

11.30 Uhr   News Spezial: 100 Tage Trump

12.30 Uhr   News Spezial: 100 Tage Trump

13.30 Uhr   Reportage: Entzaubert - Donald Trumps holpriger Start

16:30 Uhr   Auslandsreport

17:05 Uhr   Dokumentation: Welcome to Trumpland

18.30 Uhr   News Spezial: 100 Tage Trump

19:30 Uhr     Live: Trump-Rede bei der Nationalen Waffen Organisation NRA

US-Außenminister Rex Tillerson lobte unterdessen die Bemühungen Chinas im Nordkorea-Konflikt. China habe Nordkorea inzwischen mit "eigenen" Sanktionen gedroht, sollte das Land weitere Atomwaffentests vornehmen, sagte Tillerson dem Fernsehsender Fox News. Darüber habe Peking die US-Regierung informiert. Er wertete das als Beleg dafür, dass Peking bereit sei, mit der amerikanischen Regierung zusammenzuarbeiten, um den Druck auf das isolierte kommunistische Land zu erhöhen.

China warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen an seine Möglichkeiten. "Wir halten nicht den Schlüssel zur Lösung des Nordkorea-Problems", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, in Peking. "Wir haben den Konflikt nicht verschärft." Gemeinsame Anstrengungen seien erforderlich. Geng wollte nicht bestätigen, dass China Nordkorea mit Sanktionen gedroht habe, sollte der Nachbar einen weiteren Atomtest unternehmen.

Dem Sender NPR sagte Tillerson, die USA seien weiterhin offen für direkte Gespräche mit Nordkorea. Aber das Land müsse sich dazu bereit erklären, sein Atomprogramm aufzugeben. "Wir hoffen, dass wir sie davon überzeugen können, dass sie diese Waffen nicht brauchen, um die Existenz ihres Regimes sicherzustellen", sagte er. "Wir streben nicht den Kollaps des Regimes an. Wir wollen keine beschleunigte Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel. Wir wollen eine nuklearwaffenfreie Halbinsel."

Nordkorea hat seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas.

Flugzeugträger soll bald eintreffen

Trump hat wiederholt gewarnt, dass er notfalls im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen werde. Militärische Maßnahmen schloss er dabei nicht aus. Als Drohgebärde entsandte er einen US-Flugzeugträgerverband vor die koreanische Halbinsel, der dort nach einem Umweg über Australien bis Ende April eintreffen soll. Zugleich begann das US-Militär am Mittwoch mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea.

Allerdings gibt es zwischen den USA und Südkorea Streit um die Kosten für das Raketenabwehrsystem. Trump forderte die südkoreanische Regierung auf, die Kosten von einer Milliarde Dollar (918 Millionen Euro) zu tragen. "Ich habe Südkorea darüber informiert, dass es angemessen wäre, wenn sie zahlen", sagte Trump. Die Regierung in Seoul wies die Forderung zurück. Die Aufteilung der Kosten sei in dem Abkommen zur US-Militärpräsenz in Südkorea klar geregelt, erklärte das Verteidigungsministerium. Südkorea stelle das Gelände und die Infrastruktur für das Raketenabwehrsystem zur Verfügung, die USA zahlten für Stationierung und Betrieb. Diese "Ausgangsposition" bleibe unverändert, erklärte das Ministerium.

Die Stationierung des Raketensystems war im vergangenen Jahr angekündigt worden. Das System Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) soll Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zerstören können. Am Mittwoch begannen die USA mit dem Aufbau des Systems: Erste Teile wurden auf einen früheren Golfplatz 250 Kilometer südlich von Seoul gebracht. Nach Angaben von hochrangigen US-Beamten wird das System binnen weniger Tage einsatzfähig sein.

Tillerson tritt derweil erstmals bei den Vereinten Nationen auf. Er leitet eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York, in der es um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm geht. An dem Treffen wird auch der chinesische Außenminister Wang Yi teilnehmen.

Bei der Sitzung soll zudem UN-Generalsekretär António Guterres das Gremium über die Lage informieren. Ein greifbares Ergebnis wie eine Erklärung, eine Resolution oder gar die Verabschiedung neuer Sanktionen sei nicht geplant, hieß es von der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen.

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Quelle: n-tv.de

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