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Amerikanische Stryker-Truppentransporter bei einem Manöver in Lettland: Geht es nach Trump, kümmern sich in Zukunft nur noch die europäischen Nato-Partner um europäische Probleme.
Amerikanische Stryker-Truppentransporter bei einem Manöver in Lettland: Geht es nach Trump, kümmern sich in Zukunft nur noch die europäischen Nato-Partner um europäische Probleme.(Foto: REUTERS)

"Warum kümmert sich nicht Deutschland?": Trump will Nato-Führung der USA aufgeben

Seit der Gründung des Verteidigungsbündnisses sind die Vereinigten Staaten traditionell die treibende Kraft der Nato. Donald Trump will das ändern und führt als Argumente unter anderem Fernsehgeräte und fragwürdige Zuständigkeiten ins Feld.

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die herausragende Rolle der Vereinigten Staaten in der Nato in Frage gestellt. In einem Gespräch mit der "Washington Post" gab Trump einen seltenen Einblick in seine außenpolitischen Prioritäten und deutete an, dass er als Präsident das US-Engagement in der Welt deutlich zurückfahren würde. Nato-Partnern wie Deutschland will er mehr Lasten aufbürden.

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"Wir können uns sicher nicht mehr leisten, das zu tun", sagte der populistische Geschäftsmann. "Die Nato kostet uns ein Vermögen. Ja, wir beschützen Europa mit der Nato, aber wir geben viel Geld aus." Im Ukraine-Konflikt würden die Verbündeten der USA "nichts machen". Vor allem Deutschland müsse stärker in die Pflicht genommen werden.

"Die Ukraine ist ein Land, das uns viel weniger angeht als andere Länder in der Nato, und doch tragen wir die ganze Last", sagte Trump. "Warum kümmert sich nicht Deutschland innerhalb der Nato um die Ukraine?"

"Die Welt ist heute anders"

Später betonte der Milliardär in einer Pressekonferenz, dass er Washington nicht aus der Militärallianz herausführen wolle. Allerdings bekräftigte er, dass Länder wie Deutschland ihre Sicherheit nicht mehr auf Kosten der USA bekommen sollten. "Es gibt viele Länder, die zahlen können und die viel zahlen können", sagte er. Dazu zähle auch der "Wirtschaftsriese" Südkorea. "Ich bestelle tausende Fernsehgeräte aus Südkorea", sagte der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Doch sobald Nordkorea auch nur niese, "fangen wir an, die Schiffe, die Flugzeuge, alles andere zu schicken. Dafür erhalten wir keine angemessene Erstattung." Trump erklärte, dass er aufwändige Militäreinsätze wie im Irak und in Afghanistan ablehne. "Ich glaube, die Welt ist heute anders, und ich denke, wir sollten nicht mehr Nationen aufbauen", sagte er. "Wir haben 19 Billionen Dollar Schulden."

In dem Gespräch nannte Trump die Namen mehrerer Berater, die allenfalls am Rande des außenpolitischen Establishments in Washington verortet sind. Als seinen Anti-Terror-Berater stellte Trump den libanesischstämmigen Politikprofessor Walid Phares vor, der an einer kleinen Privatuniversität in Washington lehrt und als Experte für den konservativen Nachrichtensender Fox News tätig ist.

Im Verteidigungsbereich steht ihm der pensionierte General Keith Kellogg zur Seite, der nach dem US-Einmarsch im Irak im Jahr 2003 für einige Monate in leitender Funktion an der Übergangsverwaltung für das Zweistromland beteiligt war. Ebenfalls auf der Liste stehen die industrienahen Energieexperten Carter Page und George Papadopoulos.

Außerdem nannte Trump den ehemaligen Pentagon-Generalinspekteur Joe Schmitz, der laut "Washington Post" später unter anderem bei der umstrittenen US-Sicherheitsfirma Blackwater arbeitete. Für den wenig bekannten konservativen Think-Tank Center for Security Policy verfasste er einen Bericht mit dem Titel "Scharia - die Bedrohung für Amerika". Geleitet wird das außenpolitische Team vom republikanischen Senator Jeff Sessions aus Alabama.

Quelle: n-tv.de

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