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Leere am Strand von Lara bei Antalya: Das Auwärtige Amt rät Türkei-Reisenden nach mehreren fragwürdigen Festnahmen derzeit zur Vorsicht.
Leere am Strand von Lara bei Antalya: Das Auwärtige Amt rät Türkei-Reisenden nach mehreren fragwürdigen Festnahmen derzeit zur Vorsicht.(Foto: dpa)
Donnerstag, 07. September 2017

Ehepaar unter Putschverdacht: Türkei lässt deutschen Urlauber frei

Für den Urlaub reist ein deutsches Ehepaar mit türkischen Wurzeln nach Antalya. Am dortigen Flughafen werden die Eheleute unter fragwürdigen Vorwürfen festgenommen. Jetzt sind beide wieder frei. Zurückfliegen dürfen allerdings nur sie.

Das deutsche Ehepaar, das im südtürkischen Antalya festgenommen wurde, ist wieder frei. Nach seiner Frau sei auch der Ehemann aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, erklärte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Der Mann werde konsularisch betreut, dürfe das Land jedoch vorerst nicht verlassen. Seine Frau war bereits nach Deutschland ausgereist.

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Das Ehepaar mit türkischen Wurzeln war vergangene Woche am Flughafen von Antalya festgenommen worden. Die Frau wurde vier Tage später ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Medienberichten zufolge soll es sich um ein türkischstämmiges Unternehmerpaar aus Rheinland-Pfalz handeln.

Die Eheleute waren in die Türkei gereist, um Urlaub zu machen. Ihnen werden Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen, die von der türkischen Regierung für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Die Staatsanwaltschaft sei nach einer entsprechenden Anzeige aktiv geworden, hieß es in türkischen Medien.

Belastete Beziehungen

Die Festnahme des Ehepaars hatte die ohnehin angespannten Beziehungen der Türkei und Deutschlands weiter belastet. Das Auswärtige Amt verschärfte daraufhin seine Reisehinweise. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Martin Schulz kündigten bei ihrem TV-Duell am Sonntag an, sich für die Aussetzung oder den Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei einzusetzen.

Insgesamt befinden sich derzeit laut Auswärtigem Amt zehn Deutsche in der Türkei aus politischen Gründen in Haft. Unter ihnen sind der Menschenrechtler Peter Steudtner, die Übersetzerin Mesale Tolu und der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel - Letzterer bereits seit 200 Tagen. Insgesamt sind derzeit 55 Deutsche in türkischen Gefängnissen inhaftiert.

Den meisten Betroffenen wirft die türkische Justiz Terrorverbindungen vor. Die Türkei verdächtigt die Bundesregierung seit einiger Zeit, Anhänger der Gülen-Bewegung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK Schutz zu bieten. Die Regierung in Ankara macht Fethullah Gülen für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich, die PKK für Anschläge auf türkische Sicherheitskräfte.

Quelle: n-tv.de

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