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Warnung von deutschen Behörden: Türkische Spitzel sind in Deutschland aktiv

Der türkische Geheimdienst überwacht offenbar Hunderte Türken, die in Deutschland leben. Sie sollen angeblich der Gülen-Bewegung angehören, die von Erdogan für den Militärputsch verantwortlich gemacht wird. Deutsche Behörden warnen die Betroffenen.

Anhänger der türkischen Gülen-Bewegung werden offenbar auch in Deutschland von türkischen Geheimdienst MIT ausspioniert. Das haben Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR ergeben. Eine Liste mit mehr als 300 Namen von in Deutschland lebenden Türken beinhalte auch Meldeadressen, Telefonnummern sowie oftmals Fotos der Betroffenen, heißt es. Die Bilder seien offenbar heimlich gemacht worden, heißt es vom Rechercheverbund, etwa durch Überwachungskameras. Auch mehr als 200 der Gülen-Bewegung zuzurechnende Vereine und Schulen sind demnach in dem Dokument aufgelistet.

Die Liste wurde laut dem Bericht vom MIT an den BND übermittelt. Dessen Präsident Bruno Kahl gab die Daten an die Bundesregierung und den Verfassungsschutz weiter und informierte zudem den Generalbundesanwalt sowie das Bundeskriminalamt. Anschließend wurden Polizeibehörden und der Verfassungsschutz der Bundesländer eingeschaltet. 

Betroffene müssten mit Repressalien rechnen

Vor den Nachstellungen des MIT werden die Betroffenen mittlerweile gewarnt. "Es ist völlig unerträglich, dass die Menschen hier ausgeforscht werden, teilweise bis in den privatesten Bereich.", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius gegenüber SZ, NDR und WDR. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen sagte, man warne die Betroffenen, "damit sie wissen, wenn sie in die Türkei reisen, wenn sie türkisches Hoheitsgebiet betreten, dass möglicherweise Repressalien auf sie warten".

Laut der Türkei steckt die Gülen-Bewegung hinter dem gescheiterten Militärputsch vom vergangenen Juli in Istanbul. Seitdem werden die Anhänger des geistlichen Führers Fethullah Gülen als Terroristen verfolgt. Die Bundesregierung dagegen sieht keine Belege dafür, dass die Gülen-Organisation in den Militärputsch verwickelt ist.

Quelle: n-tv.de

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