Politik
Da tanzt Johannes Singhammer (r.) auch auf der Hüpfburg: Neue Follower für Twitter gesucht.
Da tanzt Johannes Singhammer (r.) auch auf der Hüpfburg: Neue Follower für Twitter gesucht.(Foto: Promo / singhammer.net)
Montag, 08. Oktober 2012

CSU-Briefe aus München-Nord: Twitter-Einladung kommt per Post

Hier kommt der Autor hin

Sie wollen politische Informationen, so schnell es geht? Warten Sie auf Post, besonders von Johannes Singhammer. Der verschickt Briefe, auch an Redaktionen, um die folgende Vogelschar für sein Twitter-Konto zu vergrößern.

Johannes Singhammer ist stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag für die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, er hat sechs Kinder, eine Frau. Und er ist direkt gewählter Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis München-Nord. Seit neun Tweets ist er auch bei Twitter. Der erste ist vom 1. April 2012.

Follower hat er kaum, es sind derzeit rund 200. Es dürften schon deutlich mehr als vor wenigen Tagen sein, seitdem im Netz ein gescanntes Schriftstück des Abgeordneten kursiert. Per Briefpost verschickt Singhammer die gedruckte Bitte, doch sein Twitter-Konto zu abonnieren, um "politische Informationen kurzfristig zu erfahren".

Praxisgebühr ohne Links

Das erste gezwitscherte Lebenszeichen Singhammers: "Test". War er erfolgreich? Nicht bekannt, erst mehr als fünf Monate später setzt er die nächste Nachricht ab, seither relativ regelmäßig. Die bislang letzte, exakt wiedergegeben: "Praxisgebühr:bertelsmannstudie kein Grund praktizierte Eigenverantwortungim Gesundheitswesen ersatzlos zu streichen".

Welche Studie von Bertelsmann meint er? Und warum ist die Praxisgebühr "praktizierte Eigenverantwortung"? Es wäre interessant zu erfahren, aber @JohannesSingham hat keine Links gesetzt. Auch ein Hashtag hat Singhammer nicht benutzt. Noch nie, um genau zu sein.

Spöttische Reaktionen

Die Reaktionen auf den gescannten und online gestellten Brief, der einem Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung zuging (!), sind entsprechend. "Es fehlt die Zeile: Auf Wunsch kann ich Ihnen einzelne Tweets (Nachrichten) per Post zusenden", schreibt marCH1LL spöttisch. Per amüsiert sich über die Vergangenheit des CSU-Abgeordneten: "Er war laut Lebenslauf mal 'Schallplattenverkäufer'. Großartig."

Mehrere Twitter-Nutzer gaben an, Singhammer nun "for teh lulz", zu folgen, um sich zu amüsieren. So erreicht der CSU-Mann mit den Lachern über ihn nun eventuell doch, was er wollte: Dass mehr als 200 Menschen lesen, was er an "politischen Informationen" weitergibt. Das ist bestimmt gut für den Bundestagswahlkampf um München-Nord.

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Quelle: n-tv.de

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