Politik
Obama begrüßt den "strategischen Partner" Gaddafi am Rande des G8-Gipfels in L'Aquila 2009.
Obama begrüßt den "strategischen Partner" Gaddafi am Rande des G8-Gipfels in L'Aquila 2009.(Foto: picture alliance / dpa)

Wikileaks enthüllt Dokumente zu Libyen: US-Diplomaten lobten Gaddafi

Das Gedächtnis von Politikern ist manchmal verdächtig schlecht. Für den Fall, dass Barack Obama vergessen hat, wie sich das Verhältnis der USA zu Libyen und dem Diktator Gaddafi bis kurz vor der Rebellion gestaltete, hat Wikileaks vorgesorgt und einige US-Dokumente veröffentlicht, die eine deutliche Sprache sprechen: Das Regime Gaddafi galt als Partner.

Noch kurz vor dem Umbruch in Tripolis haben US-Diplomaten das Regime von Muammar al-Gaddafi als wichtigen Partner im Kampf gegen den Terrorismus geschätzt. Das zeigen Dokumente, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks im Internet veröffentlicht wurden. Die auf der Website publizierten Schreiben stammen aus der Zeit vor der Rebellion gegen das Gaddafi-Regime und reichen bis in die 80er Jahre zurück. Wikileaks teilte im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit, dass insgesamt 349 Libyen-Dokumente veröffentlicht worden seien.

So beschreiben amerikanische Diplomaten im August 2009 dem US-Senator John McCain die Situation in Libyen vor dessen Besuch in dem nordafrikanischen Land. Libyen, heißt es in dem Bericht, sei ein wichtiger Partner im Kampf gegen Terrorismus. "Unsere strategische Partnerschaft in diesem Bereich ist hoch produktiv und nützlich für beide Nationen."

Geschäfte gehen vor

Positiv wird in den Schreiben auch der Beginn von Ausbildungsprogrammen eingeschätzt, um Libyen in Sicherheitsfragen zu unterstützen. Außerdem wolle Libyen von US-Firmen "tödliche Waffen" kaufen. In dem Schreiben an John McCain wird es außerdem als hilfreich begrüßt, wenn der Senator im Kongress auf Perspektiven für mögliche Rüstungsgeschäfte mit Libyen hinwirken könnte.

In anderenDokumenten wird Libyens Position in der Afrikanischen Union oder die Haltung zu Konflikten in Ländern wie dem Tschad erörtert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen