Politik

Folgenschwerer Irrtum im Jemen: US-Drohne tötet Hochzeitsgesellschaft

Angriffsplaner halten eine Hochzeitsgesellschaft für einen Al-Kaida-Konvoi und geben den Beschuss frei. Wenig später heißt es: Kollateralschaden. Die Behörden im Jemen wollen zumindest einige der Hochzeitsgäste als Terroristen identifiziert haben.

Die Drohne Predator bei einem Testflug.
Die Drohne Predator bei einem Testflug.(Foto: picture alliance / dpa)

Bei dem irrtümlichen US-Drohnenangriff auf eine  Hochzeitsgesellschaft im Jemen sind 15 Gäste getötet und 11 weitere verletzt worden. Das meldeten lokale Medien. Die Rakete hatte am Donnerstag fünf von elf Fahrzeugen eines Konvois getroffen, in dem die Feiernden in der Provinz Al-Beidha unterwegs waren. Die Militärs hatten die Autokolonne offenbar für einen Konvoi von Al-Kaida-Terroristen gehalten.

Ein Vertreter der jemenitischen Sicherheitsbehörden sagte indes, "einige" Opfer des Angriffs nahe der zentralen Stadt Radaa seien mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder gewesen. Der Rest seien Zivilisten ohne Verbindung zu der Gruppe.

US-Drohnenangriffe sind im Jemen relativ häufig. Das amerikanische Militär versucht auf diese Weise, die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) zu schwächen. Der Terrorgruppe gehören neben Jemeniten auch viele Saudis an. Am Donnerstag waren mehrere Botschaften und Büros internationaler Organisationen wegen einer Terrorwarnung geschlossen geblieben.

Am 5. Dezember hatten Terroristen ein Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Sanaa angegriffen. 52 Menschen starben bei der Attacke, unter ihnen zwei deutsche Entwicklungshelfer. Das jemenitische Staatsfernsehen strahlte später schockierende Video-Bilder von dem Angriff aus, die Überwachungskameras aufgenommen hatten.

Quelle: n-tv.de

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