Politik
Die "USS Carl Vinson" kann bis zu 90 Flugzeuge und Hubschrauber transportieren.
Die "USS Carl Vinson" kann bis zu 90 Flugzeuge und Hubschrauber transportieren.(Foto: dpa)
Mittwoch, 19. April 2017

Irritationen über Einsatzziel: US-Flugzeugträger fuhr Richtung Australien

Es soll ein Zeichen der Stärke gegenüber Nordkoreas Diktator Kim Jong Un sein: ein US-Flugzeugträger samt Verband, der sich auf den Weg in Richtung koreanische Halbinsel macht. Doch die Schiffe sind zum Zeitpunkt der Ankündigung in die andere Richtung unterwegs.

Um ein Zeichen gegen die Bedrohung durch Nordkoreas Atomwaffenprogramm zu setzen, hatte die US-Armee vor mehr als einer Woche angekündigt, eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der koreanischen Halbinsel zu entsenden. Die US-Marine teilte mit, der Verband um den Flugzeugträger "USS Carl Vinson" - einem sogenannten Super Carrier der Nimitz-Klasse - sei von Singapur aus nach Norden ausgelaufen, um im westlichen Pazifik Position zu beziehen.

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Auch der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte wenige Tage später - auf die vermeintliche Verlegung der "Carl Vinson" ins Japanische Meer angesprochen - eine Trägergruppe, die auf dem Weg in eine Region wie diese ist, sei mit Sicherheit eine "gewaltige Abschreckung".

Schließlich sorgte die Nachricht von der Verlegung vor allem in Ostasien für Aufruhr. Sorgen wurden laut, US-Präsident Donald Trump könnte - wie in Syrien geschehen - überraschend einen Militärschlag gegen Nordkorea anordnen, und damit die Region an den Rand eines Krieges bringen.

Richtung Süden unterwegs

Allerdings waren diese Sorgen zunächst unbegründet. Denn an diesem Montag veröffentlichte die US-Marine ein Foto, welches die "Carl Vinson" in der Sundastraße zeigt, wie die "New York Times" berichtete. Das Bild ist auf vergangenen Freitag datiert, entstand also wenige Tage nach der Ankündigung, den Flugzeugträger in Richtung Nordkorea zu schicken. Das Problem: Die Sundastraße liegt von Singapur aus gesehen in südlicher Richtung, also nicht auf dem Weg nach Nordkorea. Laut Marine war das Schiff zu diesem Zeitpunkt gen Australien zu einer gemeinsamen Übung unterwegs.

Vertreter des Weißen Hauses teilten auf Nachfrage der "New York Times" mit, sie würden sich auf Informationen des Verteidigungsministeriums verlassen. Dort wiederum habe man laut der Zeitung von einer Reihe von Missgeschicken gesprochen, die auf die voreilige Ankündigung gefolgt war.

Nach diesem Missverständnis soll es aber nun doch noch so kommen, wie bereits angekündigt: Mittlerweile ist die "Carl Vinson" auf dem Weg nach Norden, teilten Vertreter des US-Verteidigungsministeriums mit. Im Laufe der kommenden Woche soll der Flottenverband in der Region um die koreanische Halbinsel eintreffen.

Quelle: n-tv.de

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