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Obama in dem ABC-Interview.
Obama in dem ABC-Interview.(Foto: AP)

US-Präsident bekennt sich: Obama sagt Ja zur Homoehe

US-Präsident Obama ändert ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl seine Haltung zur Homoehe. Bisher hatte es immer geheißen, die Meinung des Präsidenten "entwickele" sich noch. Am Wochenende legt sein Vize Biden in dieser Frage vor und jetzt zieht Obama nach. 47 Prozent der US-Bürger weiß er dabei hinter sich.

US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals offen für eine Legalisierung der Homoehe ausgesprochen. "Für mich persönlich ist es wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten", sagte Obama in einem Interview im Fernsehsender ABC. Sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl bezog Obama damit zu einem gesellschaftlich hochumstrittenen Thema Stellung. Vor vier Jahren hatte er sich noch gegen die Eheschließung zwischen Homosexuellen ausgesprochen.

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Zuletzt hatte das Weiße Haus stets erklärt, dass sich die Haltung des Präsidenten in dieser Frage "noch entwickelt". In den vergangenen Tagen war der Druck auf Obama allerdings deutlich gewachsen, endlich Farbe zu bekennen. Sein Vizepräsident Joe Biden hatte am Wochenende in einem Fernsehinterview gesagt, er fühle sich "absolut wohl" mit einer Anerkennung der Homoehe. Obama sagte nun, in den Freundeskreisen seiner Töchter gebe es Kinder mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen, die seine Meinung mit geprägt hätten.

Staaten sollen selbst entscheiden

Im Bundesrecht der USA ist die Ehe als "legaler Bund zwischen Mann und Frau" festgeschrieben, allerdings können die Einzelstaaten in dieser Frage eigene Wege gehen. In sechs Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington ist die Homoehe erlaubt. Außerdem haben die Parlamente der Bundesstaaten Washington und Maryland grünes Licht für die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau erlassen. Allerdings stehen hier noch Volksabstimmungen an, in denen die Gesetze wieder gekippt werden könnten.

Der Süden bleibt konservativ

Am Dienstag hatten die Wähler in North Carolina der staatlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften einen Riegel vorgeschoben. In einem Referendum stimmten sie mit 61 Prozent für eine Verfassungsänderung, die eine Eheschließung zwischen Homosexuellen sowie die Legalisierung anderer Formen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verbietet. Ähnliche Verbote gelten bereits in 29 anderen Bundesstaaten.

Während sich viele unter Obamas Demokraten die Rechte von Schwulen und Lesben auf die Fahne geschrieben haben, lehnen vor allem Republikaner die Homoehe ab. Die öffentliche Meinung hat sich in den USA bei diesem Thema in den vergangenen Jahren aber deutlich gewandelt. Eine Erhebung des Instituts Pew Research Center aus dem April zeigte, dass landesweit mittlerweile 47 Prozent der US-Bürger die Einführung der Homoehe unterstützen, während 43 Prozent dies ablehnen. Im Jahr 2001 hatten sich noch 60 Prozent gegen die Homoehe ausgesprochen.

Quelle: n-tv.de