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Die Sicherheitslage in Jerusalem ist mehr als nur angespannt.
Die Sicherheitslage in Jerusalem ist mehr als nur angespannt.(Foto: picture alliance / dpa)

Welle der Gewalt erschüttert Israel: USA: "Terrorismus" auf beiden Seiten

Seit Monatsbeginn erschüttert eine Serie von palästinensischen Angriffen Israel. Die Regierung reagiert und beruft per Notverordnung Reservisten ein. Palästinenserpräsident Abbas fordert das Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. Die USA äußern "tiefe Besorgnis".

Die USA haben sich angesichts der Ausbreitung von Gewalt in Israel "tief besorgt" gezeigt. Außenminister John Kerry sei sehr entschlossen, bald in die Region zu reisen, sagte sein Sprecher John Kirby. Menschen auf beiden Seiten in dem israelisch-palästinensischen Konflikt seien schuldig, "Akte des Terrorismus" begangen zu haben.

Die USA betrachteten auch die Attacke eines Israelis auf vier Palästinenser in dem israelischen Ort Dimona als solch einen Akt. Das Weiße Haus zeigte sich besorgt über den Verlust des Lebens Unschuldiger, seien es Israelis oder Palästinenser. Washington steht mit beiden Konfliktparteien in Kontakt.

Abbas läutet die "Alarmglocken"

Die israelische Armee postierte unterdessen nach einer Welle der Gewalt Hunderte Soldaten in den Großstädten des Landes, um neue Anschläge zu verhindern. Außerdem riegelte die Polizei arabische Wohngebiete im Ostteil Jerusalems ab. In der Altstadt von Jerusalem wurde ein palästinensischer Angreifer von Polizisten erschossen, bevor er mit seinem Messer Menschen verletzen konnte, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Nach einem zweiten Angriff in Jerusalem wurde ein weiterer Palästinenser erschossen, der eine 70-jährige Frau schwer verletzt habe. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief in einer Fernsehansprache zu einem Eingreifen der internationalen Gemeinschaft auf, um einen neuen Krieg zu verhindern. Er läute die "Alarmglocken", bevor es zu spät sei, sagte er.

Reservisten per Notverordnung einberufen

Das israelische Sicherheitskabinett beschloss eine Reihe von Straf- und Abschreckungsmaßnahmen. So sollen etwa die nach Anschlägen zerstörten Häuser von Terroristen nicht wieder aufgebaut werden dürfen. Auch das Eigentum von Attentätern kann beschlagnahmt werden. Palästinensern mit Aufenthaltsrecht für Jerusalem soll dieses entzogen werden, wenn sie Anschläge verüben. Damit wären sie de facto aus Israel und Jerusalem verbannt.

In öffentlichen Verkehrsmitteln in Jerusalem sollen ferner 300 zusätzliche bewaffnete Sicherheitsleute eingesetzt werden. Israel hat auch 1400 Reservisten der Grenzpolizei per Notverordnung einberufen.

Streit um die Besuchs- und Gebetsrechte

Seit Monatsbeginn erschüttert eine Serie von palästinensischen Schuss- und Messerangriffen das Land. Bei bislang 21 Attacken wurden 7 Israelis getötet. Mehr als 30 Palästinenser wurden getötet, knapp die Hälfte davon Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Die anderen starben bei Unruhen im Westjordanland oder bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär am Grenzzaun zum Gazastreifen.

Befeuert wurde die jüngste Gewaltwelle durch den Streit um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Plateau des Tempelbergs in der Jerusalemer Altstadt. Prinzipiell dürfen nur Muslime auf dem Tempelberg beten. Die Palästinenser befürchten, dass Israel immer mehr Juden eine Sondergenehmigung für Besuche auf dem Areal erteilt und damit die Kontrolle der Muslime über die drittheiligste Stätte im Islam aushöhlt. Israels Regierung bestreitet das.

Quelle: n-tv.de

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