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Protestler bei Besuch attackiert: USA ermitteln gegen Erdogans Leibwächter

Beim Besuch des türkischen Präsidenten in Washington kommt es zu tumultartigen Szenen. Sicherheitsleute Erdogans sollen Demonstranten angegriffen haben - einem Bericht zufolge erlassen die US-Behörden nun Haftbefehl gegen zwölf Personenschützer.

Nach den Zusammenstößen zwischen türkischen Personenschützern und Demonstranten beim USA-Besuch von Präsident Recep Tayyip Erdogan gibt es Konsequenzen für die Sicherheitsleute. Wie die "Washington Post" berichtet, wollen die US-Behörden strafrechtliche Ermittlungen gegen zwölf Mitglieder von Erdogans Sicherheitsteam verkünden.

Mitte Mai waren am Rande des Besuches des türkischen Staatschefs in Washington türkische Sicherheitskräfte vor der Residenz des Botschafters mit Anti-Erdogan Demonstranten aneinandergeraten. Viele Protestler trugen Fahnen der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) mit sich. Wie Augenzeugen berichteten, sollen die Sicherheitsleute die Demonstranten attackiert haben. Im Netz kursieren Videos, die den Vorfall zeigen. Es seien bereits Haftbefehle gegen die Verdächtigen erlassen worden, schrieb die "Post" unter Berufung auf Polizeiquellen. Die betroffenen Sicherheitsleute sollen sich wieder in der Türkei aufhalten.

Das US-Außenministerium hatte sich besorgt über den Zwischenfall geäußert und an die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit erinnert. Die beiden US-Senatoren John McCain und Dianne Feinstein hatten in einem Brief an Erdogan kritisiert, die gewalttätige Reaktion der Personenschützer sei nicht hinnehmbar. Sie spiegele, wie seine Regierung Medien, Minderheiten und politische Gegner behandele. Die Türkei hatte ihrerseits den US-Botschafter einbestellt. Botschafter John Bass sei der Protest bezüglich des "aggressiven und unprofessionellen" Verhaltens der amerikanischen Sicherheitskräfte bei den Vorfällen in Washington übermittelt worden, teilte das Außenministerium in Ankara mit.

Die USA unterstützen im syrischen Bürgerkrieg die syrische Kurdenmiliz YPG, was von türkischer Seite heftig kritisiert wird. Sie betrachtet die YPG als Terrororganisation, da sie als syrischer Ableger der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK gilt.

Quelle: n-tv.de

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