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Die Obama-Administration versucht offenbar, der Bedrohung durch Nordkorea auf digitalem Weg beizukommen.
Die Obama-Administration versucht offenbar, der Bedrohung durch Nordkorea auf digitalem Weg beizukommen.(Foto: Reuters)
Sonntag, 05. März 2017

Sabotage von Raketenprogramm: USA führen Cyberwar gegen Nordkorea

Offenbar versuchen die Vereinigten Staaten bereits seit Jahren, mit Cyberattacken das nordkoreanische ICBM-Programm auszubremsen. Barack Obama soll seinem Nachfolger erklärt haben, Nordkorea sei das dringlichste Problem, dem sich der neue Präsident stellen müsse.

Die Regierung des früheren US-Präsidenten Barack Obama hat laut einem Zeitungsbericht versucht, Nordkoreas Raketenprogramm durch Cyberattacken zu sabotieren. Die Kampagne habe allerdings keine bedeutenden Erfolge gebracht, berichtete die "New York Times" am Samstag unter Berufung auf Vertreter von Obamas Regierung sowie der Nachfolgeregierung unter Präsident Donald Trump. Die US-Regierung habe derzeit keine Mittel, Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm wirksam zu bekämpfen.

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Obama hatte dem Bericht zufolge das Verteidigungsministerium vor drei Jahren angewiesen, die elektronischen und Cyberattacken gegen Nordkorea auszuweiten, um den Start von nordkoreanischen Raketen zu verhindern. Als kurz danach einige Raketenstarts in Nordkorea missglückt seien, seien die verstärkten Cyberattacken als Erfolg gewertet worden. Verteidiger des Programms erklärten, die Hackerangriffe hätten Nordkoreas Vorhaben, mit Atomsprengköpfen bestückte Interkontinentalraketen zu entwickeln, um Jahre zurückgeworfen.

Mehrere erfolgreiche Raketentests

Kritiker hielten dem entgegen, dass die Fehlschläge des nordkoreanischen Raketenprogramms womöglich schlicht auf Unfähigkeit der Nordkoreaner und schlechte Verarbeitung der Raketen zurückzuführen seien.

In den vergangenen acht Monaten hat Nordkorea drei Mal erfolgreich Mittelstreckenraketen getestet. Außerdem testete das international isolierte kommunistische Land 2016 zwei Mal eine Atombombe. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erklärte im Januar, sein Land stehe kurz davor, eine ballistische Interkontinental-Rakete zu entwickeln. Trump entgegnete damals auf Twitter: "Das wird nicht passieren."

Laut "New York Times" sagte Obama Trump bei der Amtsübergabe im Januar, die Bedrohung durch Nordkorea sei wahrscheinlich das dringlichste Problem, dem sich der neue US-Präsident stellen müsse. Seit Nordkoreas erstem Atomwaffentest im Jahr 2006 beschloss der UN-Sicherheitsrat bereits sechs Sanktionsrunden gegen das Land.

Quelle: n-tv.de

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