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Manöver in Südkorea: USA schicken Kampfjets los

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un fordert die USA heraus. Und diese nehmen das Säbelrasseln durchaus ernst. So ernst, dass Washington nun seine teuersten und modernsten Kampfjets für ein Manöver nach Südkorea verlegt. Auch Südkorea ist besorgt und droht dem Norden im Falle einer Provokation mit einer massiven militärischen Reaktion.

Inmitten der angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel haben die USA Kampfjets nach Südkorea zu einem gemeinsamen Manöver mit dem Verbündeten geschickt. Die Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor, die vom Radar nicht erfasst werden können, seien auf dem Luftwaffenstützpunkt Osan stationiert worden, teilte das US-Militär mit.

Mehrere solcher F-22-Raptor-Kampfjets haben die USA nach Südkorea verlegt.
Mehrere solcher F-22-Raptor-Kampfjets haben die USA nach Südkorea verlegt.(Foto: Reuters)

Nordkorea werde mit seinen Drohungen und Provokationen nichts erreichen. Das Land werde sich nur weiter isolieren und die internationalen Bemühungen um Stabilität und Frieden in der Region untergraben, erklärte das US-Militär. Wie viele F-22 von ihrem Stützpunkt Kadena in Japan nach Südkorea flogen, teilte das US-Militär nicht mit.

Dem "Wall Street Journal" zufolge sind die USA zugleich bemüht, Nordkorea mit einer "Show militärischer Stärke" von Provokationen abzuschrecken. Die F-22 gehörten zu den teuersten und modernsten Waffensystem der US-Luftwaffe, hebt die Zeitung hervor. Bereits zuvor hatten die USA mit der Entsendung von B-52 und B-2-Tarnkappenbombern zu der alljährlichen Übung mit Südkorea ihre militärischen Fähigkeiten in der Luft demonstriert.

Südkorea droht Nordkorea

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye drohte indes Nordkorea mit einer massiven und raschen militärischen Reaktion. Wenn es eine Provokation gegen Südkorea und sein Volk gebe, dann solle es darauf eine entschlossene Antwort geben - ohne politische Abwägungen, sagte Park bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister.

"Die Existenzberechtigung für das Militär ist es, das Land und das Volk vor Bedrohungen zu schützen", sagte Park nach Berichten der Nachrichtenagentur Yonhap bei der Unterrichtung im Verteidigungsministerium. "Wenn es zu Provokationen gegen unsere Bevölkerung oder unser Land kommt, sollten wir ohne jede politische Überlegung noch im frühen Stadium stark reagieren."

Nordkoreas Parlament tritt zusammen

An diesem Montag soll das nordkoreanische Parlament zu seiner Jahresvollversammlung zusammenkommen. Normalerweise werden von den Abgeordneten keine wegweisenden Entscheidungen erwartet, doch dürfte die eintägige Sitzung dieses Mal unter genauer Beobachtung stehen.

Bereits am Sonntag hatte das Zentralkomitee der kommunistischen Arbeiterpartei unter Führung Kims beschlossen, das Arsenal an Atomwaffen weiter auszubauen. Deren Besitz soll nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA "gesetzlich festgelegt werden". Gleichzeitig beschloss das ZK, die marode Wirtschaft anzukurbeln und den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern.

Spannungen verstärken sich seit Februar

Am Samstag hatte Nordkorea den Kriegszustand mit Südkorea verkündet. Zudem hat die kommunistische Führung in Pjöngjang dem Süden und den USA bereits mehrfach mit einem Angriff gedroht. Im Zuge des gemeinsamen Manövers mit Südkorea ließen die USA bereits zwei Tarnkappenbomber über den Süden der Halbinsel hinweg fliegen.

Die Spannungen haben sich verstärkt, seit der Machthaber in Pjöngjang, Kim Jong Un, im Februar Atomwaffentests befohlen hat. Durch die Tests verstieß Nordkorea gegen internationale Vereinbarungen, der UN-Sicherheitsrat verschärfte seine Sanktionen gegen das Land. Nord- und Südkorea sind seit Ende des von 1950 bis 1953 dauernden Koreakrieges faktisch im Kriegszustand. Die beiden Länder schlossen zwar einen Waffenstillstand, sie unterzeichneten aber keinen Friedensvertrag.

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Quelle: n-tv.de

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