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Die "USS Donald Cook" 2012 vor der Skyline von New York.
Die "USS Donald Cook" 2012 vor der Skyline von New York.(Foto: REUTERS)

Spannungen in der Ost-Ukraine: USA schicken Zerstörer ins Schwarze Meer

Der Westen blickt besorgt auf die Entwicklung in der Ostukraine. Dort proben prorussische Separatisten den Aufstand. Als Zeichen der Stärke beordern die USA erneut ein Kriegsschiff in die Region - und suchen gleichzeitig das Gespräch mit Russland.

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Angesichts der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine schicken die USA erneut ein Kriegsschiff ins Schwarze Meer. Der mit Flugabwehrraketen ausgestattete Zerstörer "USS Donald Cook" werde dort binnen einer Woche eintreffen, hieß es aus Verteidigungskreisen in Washington. Mit der Verlegung wolle das US-Militär nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland ein Zeichen der Unterstützung an die osteuropäischen NATO-Verbündeten senden.

Die "USS Donald Cook" lag zuletzt im spanischen Rota vor Anker. Der Zerstörer ist eingebunden in die Pläne für ein Raketenabwehrsystem der NATO in Europa, die seit Jahren für Verstimmungen zwischen Russland und der Militärallianz sorgen. Die NATO besteht darauf, dass sich der Raketenschild nur gegen Gefahren aus Ländern wie dem Iran richte. Moskau sieht sich durch das Projekt hingegen direkt bedroht.

Pentagon-Sprecher Steven Warren erklärte, das US-Militär plane Manöver der "USS Donald Cook" mit verbündeten Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres. Die geplanten Übungen würden aber nicht in ukrainischen Häfen stattfinden. Im vergangenen Monat hatten die USA bereits den Zerstörer "USS Truxtun" vorübergehend ins Schwarze Meer beordert, inzwischen hat das Kriegsschiff die Gewässer aber wieder verlassen.

Die NATO-Mitglieder im Osten Europas blicken mit großer Sorge auf den Anschluss der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland. Das Vorgehen Moskaus weckt bei ihnen Erinnerungen an die russische Vorherrschaft zu Zeiten der Sowjetunion.

Unruhen im ukrainischen Osten "sorgfältig orchestriert"

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Fast gleichzeitig mit der Entsendung des Zerstörers schlugen die USA eine Gesprächsrunde mit Vertretern aus Kiew, Moskau und der Europäischen Union vor. US-Außenminister John Kerry habe die Möglichkeit von Vierergesprächen in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow diskutiert, teilte das Außenministerium mit. Ein Treffen könnte den Angaben zufolge innerhalb der kommenden zehn Tage stattfinden. Der genaue Termin sowie die Agenda der Gespräche müsse aber noch festgelegt werden, hieß es.

Kerry warnte Lawrow in dem Telefonat außerdem vor einer weiteren Destabilisierung der Lage in der Ukraine. Der US-Außenminister habe deutlich gemacht, dass Washington die jüngsten Entwicklungen "mit großer Sorge" verfolgt habe, sagte Kerrys Sprecherin Jen Psaki. Die Unruhen im ukrainischen Osten seien "keine spontanen Ereignisse", sondern offenbar von Moskau "sorgfältig orchestriert".

Turtschinow ordnet "Anti-Terror-Einsatz" an

Russland hatte sich im vergangenen Monat die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt, nachdem die mehrheitlich russischstämmige Bevölkerung dort in einem umstrittenen Referendum für den Beitritt zu Russland gestimmt hatte.

Auch im Osten der Ukraine gibt es immer wieder prorussische Proteste. Am Sonntag stürmten Demonstranten Verwaltungsgebäude in Donezk, Charkiw und Lugansk und hissten russische Flaggen. In Donezk riefen sie am Montag eine "souveräne Volksrepublik" aus, die von Kiew unabhängig sein soll.

Am Abend haben sich nach Berichten örtlicher Medien prorussische Aktivisten und Sicherheitskräfte heftige Auseinandersetzungen in Donezk geliefert. Spezialeinheiten hätten ein von moskautreuen Kräften besetztes Geheimdienstgebäude geräumt. Interimsstaatschef Alexander Turtschinow habe den "Anti-Terror-Einsatz" persönlich angeordnet, sagte der Leiter des Präsidialamtes, Sergej Paschinski. Es habe keine Verletzten gegeben.

Das Geheimdienstgebäude Donezk war von teils maskierten moskautreuen Kräften gestürmt und besetzt worden. Ob die ukrainischen Spezialeinheiten auch gegen weitere besetzte Verwaltungsgebäude im russischsprachigen Osten vorgehen würden, war zunächst unklar.

Quelle: n-tv.de

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