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Hillary Clinton muss sich sehr bemühen, vor den Kameras optimistisch zu wirken.
Hillary Clinton muss sich sehr bemühen, vor den Kameras optimistisch zu wirken.(Foto: AP)

Raketenabwehr, Syrien, Grenzfragen: USA streiten offen mit China

Die Interessen der Großmacht USA und des aufstrebenden China stoßen immer häufiger aufeinander. Derzeit spitzt sich der Konflikt um rohstoffreiche Inseln zu, auch Syrien macht Probleme. Hillary Clinton erreicht in Peking keine Beruhigung. Auf Höflichkeiten wird weitgehend verzichtet.

Tiefes Mistrauen herrscht zwischen China und den USA. Der Aufstieg der asiatischen Großmacht und die verstärkte strategische Ausrichtung der USA auf den Pazifik bringen die beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt auf Kollisionskurs. So ist die Atmosphäre nach den Gesprächen von US-Außenministerin Hillary Clinton mit ihrem Amtskollege Yang Jiechi in Peking spürbar ernst. Als beide im Hebei-Saal der Großen Halle des Volkes vor die Kameras treten, lächeln sie nicht einmal.

"Wir werden uns niemals in allen Fragen einigen, aber wir lernen, mit unseren Differenzen umzugehen", ringt Clinton den Gesprächen eine positive Note ab. Die US-Außenministerin ist müde. "Bis weit nach Mitternacht" hat sie mit ihrem Kollegen diskutiert und gestritten: über die , die Atomprogramme mit dem Iran und Nordkorea - vor allem aber über den Territorialkonflikt Chinas mit seinen Nachbarn über Inseln im Südchinesischen und Ostchinesischen Meer, wo reiche liegen sollen.

Die USA unterstützen Japan, China ist verärgert

Clinton sieht "nationale Interessen" der USA berührt, wenn es um die Sicherheit der Schifffahrtswege im Meeresgebiet um die Spratly- und Paracelsus-Inseln weit südöstlich von China geht. Auch drängen die USA die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Taiwan und Brunei, die ebenfalls Ansprüche erheben, zu einer einheitlichen Front. Das große China will aber lieber mit jedem der kleinen Staaten einzeln über die Ansprüche verhandeln. Die USA sollten sich aus dem Streit heraushalten, heißt es in Peking.

Auch mit Japan ist ein alter Streit neu aufgeflammt, der von Nationalisten auf beiden Seiten angefacht wird. In China sind schon antijapanische Proteste ausgebrochen. Es geht um im Ostchinesischen Meer. China ist verärgert, weil die USA offen erklären, dass sich ihre Sicherheitskooperation mit Japan auch auf diese Inseln erstrecke.

"Das jüngste Verhalten der USA in Bezug auf die Diaoyu-Inseln und das Südchinesische Meer schafft zwangsläufig den Verdacht, dass sie versuchen, Zwietracht zu säen, um Vorteile für sich zu ergattern", kommentiert das Parteiorgan "Volkszeitung". "Langfristig wird den USA diese Art von Veränderung ihrer Asien-Pazifik-Strategie keinen Gewinn bringen und könnte sogar nach hinten losgehen."

China fühlt sich durch die Raketenabwehr bedroht

Beobachter warnen vor einer militärischen Auseinandersetzung. "Der lange schwelende Streit im Südchinesischen Meer ist zur Eskalation verurteilt, wenn die Länder, die Ansprüche auf die Gewässer erheben, es nicht schaffen, die Spannungen zu reduzieren", warnte die unabhängige Denkfabrik Crisis Group. "Eine Verhärtung der Positionen auf allen Seiten verringert die Chance, einen bedeutsamen Verhaltenskodex zu unterzeichnen und Seezwischenfälle unwahrscheinlicher zu machen."

Irritationen lösen in China auch Pläne der USA für einen Ausbau ihrer Raketenabwehr in Asien aus. Das Pentagon verweist auf Nordkoreas Raketenbedrohung. Doch sehen chinesische Kommentatoren nur einen weiteren Beweis, dass die USA ihre militärische Präsenz ausbauen, um einer Bedrohung durch das erstarkende China zu begegnen.

Dass es zwischen China und den USA zwangsläufig auf einen Konflikt hinausläuft, will die US-Außenministerin vermeiden. Vor der Presse erinnert sie an die "Thukydides-Falle" aus dem antiken Griechenland. Die Angst vor dem Machtgewinn Athens machte damals für die etablierte Macht Sparta den Krieg unvermeidlich. "Zwei Nationen versuchen etwas, das es in der Geschichte niemals vorher gegeben hat – nämlich eine neue Antwort auf die Frage zu geben, was passiert, wenn eine etablierte Macht auf eine aufstrebende Macht stößt", zieht Clinton Parallelen.

Quelle: n-tv.de

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