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Viele Menschen suchten in der Schule Zuflucht.
Viele Menschen suchten in der Schule Zuflucht.(Foto: dpa)

Uno: "Jede Stunde ein Kind getötet": USA verurteilen Israel für Angriff auf Schule

Der Angriff auf eine Schule der Vereinten Nationen ruft deutliche Ablehnung hervor - nicht nur seitens der Uno, sondern auch der USA. Es fallen klare Worte. UN-Vize Eliasson redet sich in Rage: Israel habe die genaue Position der Schule gekannt.

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Die US-Regierung hat den israelischen Beschuss einer UN-Schule im Gazastreifen scharf kritisiert, bei dem 15 Menschen ums Leben gekommen sind. Man sei extrem besorgt darüber, dass Tausende Menschen, die nach einer israelischen Aufforderung zum Verlassen ihrer Häuser auf der Flucht seien, nicht einmal in UN-Einrichtungen geschützt seien, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meethan, in Washington. "Die USA verurteilen das Geschützfeuer auf die UNRWA-Schule in Gaza", bei der "Dutzende unschuldige Palästinenser" ums Leben gekommen seien, darunter auch Kinder und humanitäre Helfer. Man sei "extrem besorgt" über Tausende Obdachlose im Gazastreifen, die von israelischen Militärs zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert wurden, fügte sie hinzu.

Zugleich verurteile sie diejenigen, die sich in Einrichtungen der Vereinten Nationen Waffen versteckten. Israel und die Vereinten Nationen hatten der Hamas vorgeworfen, UN-Schulen als Waffenlager zu missbrauchen. Nach israelischen Angaben war der Beschuss der Schule eine Reaktion auf einen Angriff von dort.

"Wir müssen dieses Grauen stoppen"

Auch UN-Vizegeneralsekretär Jan Eliasson kritisiert Israel scharf. "Alles deutet darauf hin, dass die Schule von israelischer Artillerie getroffen wurde", sagte Eliasson. "Aber wir hatten die israelische Armee immer wieder auf die genaue Position der Schule und die Flüchtlinge darin hingewiesen." Die UN seien schockiert vom Angriff. "Manchmal fehlen die Worte", sagte der Schwede.

"Wir müssen dieses Grauen stoppen. Wir sind an dem Punkt, an dem man sagen muss: Genug ist genug." "Diese Menschen waren da unter dem Schutz der UN. Unter unserem Schutz!", sagte Eliasson. Mehr als 3000 Zivilisten hätten sich auf dem Gelände der Schule aufgehalten, militärische Operationen in der Nähe seien unverantwortlich. "Der Gazastreifen hat nur die Größe von Detroit oder Philadelphia oder Las Vegas. Aber er hat zehnmal die Einwohnerzahl von Washington. Es gibt für die Zivilisten da einfach kaum Platz, wohin man fliehen kann." Die Forderung der UN sei ganz simpel: "Hört auf zu kämpfen! Das gilt für Granaten auf Gaza genauso wie für Raketen auf Israel."

John Ging vom UN-Nothilfebüro OCHA sagte, dass bislang mehr als 6200 Menschen verletzt und etwa 1200 getötet wurden. "239 der Toten sind Kinder. So grausam diese Statistik klingt, aber es wird jede Stunde ein unschuldiges Kind getötet." Der Schutz der Zivilisten muss höchste Priorität haben. Zum Vorwurf, in UN-Schulen seien Raketen gefunden worden, sagte Ging: "Das waren Schulen, die von den UN verlassen wurden und nicht mehr unter unserer Kontrolle standen. Wenn wir eine Schule betreiben, sind da keine Waffen."

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Quelle: n-tv.de

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