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In der Militärschule Bojarka unweit von Kiew.
In der Militärschule Bojarka unweit von Kiew.(Foto: AP)

Vorbereitung auf Partisanenkrieg: Ukraine ändert ihre Militärstrategie

Der ukrainische Präsident Poroschenko stellt für die von Rebellen kontrollierten Gebiete einen Sonderstatus in Aussicht. Zudem veranlasst er inmitten der Waffenruhe eine Umgruppierung des Militärs, um sich auf Partisanenangriffe vorzubereiten.

Die Regierung in Kiew will ihre Militäreinheiten in der Ostukraine umgruppieren. Dies sei nicht für einen Angriff auf prorussische Separatisten in der Krisenregion gedacht, sondern für die Verteidigung des Staatsgebiets, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko vor Ministern. "Wir müssen bereit sein zum Partisanenkrieg", sagte er. Einen Einsatz ausländischer Soldaten schloss er aus. "Das ist die Sache der ukrainischen Streitkräfte."

Nach Poroschenkos Angaben, hat Russland inzwischen die meisten seiner ins Nachbarland geschickten Soldaten wieder zurückgezogen. Den jüngsten Geheimdienstinformationen zufolge seien 70 Prozent dieser Einheiten wieder auf russisches Gebiet zurückgekehrt. "Das bestärkt uns weiter in der Hoffnung, dass es gute Erfolgsaussichten für die Friedensinitiativen gibt", sagte er. Die russische-ukrainische Grenze soll ab Oktober mit Überwachungsdrohnen kontrolliert werden. Das kündigte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an.

Der Präsident kündigte an, das Parlament solle am kommenden Mittwoch über den Status des Konfliktgebiets beraten. Die Separatisten fordern Unabhängigkeit für das von ihnen beanspruchte Gebiet. Das lehnt Poroschenko kategorisch ab, stellt für den Osten des Landes aber größere Autonomierechte in Aussicht. Es könne "keine Gespräche über eine Entfremdung geben", sagte Poroschenko. Das Gesetz über die "vorübergehende Selbstverwaltung" in einzelnen Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk sehe vor, dass "diese Regionen in der Ukraine bleiben".

Seit Beginn der Feuerpause am Freitag wurden nach Poroschenkos Angaben bereits 700 ukrainische Gefangene von den Aufständischen freigelassen. In den vergangenen Tagen hatte es unterschiedliche Angaben dazu gegeben. Aktuell ist ein weiterer Gefangenenaustausch geplant. Separatistenführer Andrej Sachartschenko zufolge sollten je 36 Gefangene beider Seiten am Nachmittag ausgetauscht werden. Schätzungen zufolge haben die Separatisten derzeit noch etwa 500 Soldaten in ihrer Hand. Die Regierung soll ihrerseits rund 300 Kämpfer gefangen halten.

Quelle: n-tv.de

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