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Die Realität des Krieges: In der Ukraine wird - trotz der Waffenruhe - erbittert gekämpft.
Die Realität des Krieges: In der Ukraine wird - trotz der Waffenruhe - erbittert gekämpft.(Foto: dpa)

Neue Gefechte im Osten der Ukraine: Ukraine fürchtet um Mariupol

Der Lärm des Krieges ist kilometerweit zu hören: Im Südosten der Ukraine zeugen die Donnerschläge schwerer Waffen von neuen Angriffen. Nur mit Mühe kann das ukrainische Militär den Vorstoß der Rebellen abwehren.

Kiew spricht von den heftigsten Attacken seit Beginn der Waffenruhe im Februar: Prorussische Rebellen sind nach Angaben der ukrainischen Regierung mit schweren Waffen gegen Stellungen der Regierungstruppen vorgegangen. Mit der Unterstützung von Kampfpanzern griffen demnach etwa 400 Separatisten ukrainische Stellungen rund um die Stadt Starohnatiwka an. Der Ort liegt rund 50 Kilometer nördlich der ukrainischen Hafenstadt Mariupol.

Auf halbem Weg zwischen Russland und der Krim: Mariupol liegt im Brennpunkt des Konflikts.
Auf halbem Weg zwischen Russland und der Krim: Mariupol liegt im Brennpunkt des Konflikts.(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Militärische Erfolge konnten die Separatisten offenbar nicht verbuchen: Die ukrainischen Truppen hätten die Offensive unter Einsatz von Artillerie gestoppt und Gelände zurückerobert, erklärte ein Militärsprecher. Die Rebellen wiesen die Darstellung zurück und warfen ihrerseits den Regierungstruppen massiven Beschuss der Aufständischen vor. Angaben zur Zahl etwaiger Opfer lagen zunächst nicht vor.

Zwischen Russland und der Krim

Die Kampfhandlungen lenken die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf einen schwelenden Konflikt im Osten Europas: Das von der ukrainischen Regierung kontrollierte Mariupol ist von großer strategischer Bedeutung. Die Hafenstadt liegt am Asowschen Meer unweit der Frontlinie. Mit einer Einnahme durch die Separatisten könnte sich Russland neue Hoffnungen auf einen Landkorridor zwischen der russischen Grenze und der von Russland annektierten Halbinsel Krim machen.

Einen Vorstoß der Rebellen bei Mariupol hatte der Westen bislang stets als Überschreiten einer roten Linie bezeichnet, die zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland führen würde. Unklar ist, ob die Kampfhandlungen zwischen Rebellen und ukrainischen Truppen nördlich der Stadt auf eine bevorstehende Großoffensive hindeuten. Moskau hat bislang stets bestritten, die Rebellen im Osten der Ukraine mit militärischen Mitteln zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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