Politik
Die 22-jährige Maria Koleda sollte nach Angaben aus Kiew für Unruhen in dem Land sorgen.
Die 22-jährige Maria Koleda sollte nach Angaben aus Kiew für Unruhen in dem Land sorgen.

Beweis für Putins Einmischung?: Ukraine nimmt russische "Agentin" fest

Die Regierung in Kiew spricht schon lange davon, dass Russland hinter den Unruhen im Osten der Ukraine stecke. Jetzt nimmt der ukrainische Geheimdienst eine junge Russin fest, die als "Putins Agentin" die Lage im Land destabilisieren sollte.

Seit Tagen wirft der Westen Russland vor, "Agenten und Provokateure" in den Osten der Ukraine zu schicken, um dort "Chaos zu erzeugen" und separatistische Tendenzen zu unterstützen. Die USA sprachen von einem "plumpen" Vorgehen, das der Kreml als konstruierten Vorwand für ein militärisches Eingreifen wie auf der Halbinsel Krim dienen könnte. Jetzt erbringt die prowestliche Führung in Kiew einen ersten Beweis dafür, dass die Russen mithilfe bezahlter Provokateure die Lage in der Ostukraine destabilisieren wollen.

Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte einen Steckbrief über Koleda.
Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte einen Steckbrief über Koleda.

Nach Informationen der "Ukrainischen Prawda", hat der ukrainische Geheimdienst im Süden des Landes die russische Agentin Maria Koleda festgenommen. Die 22-Jährige sei im Auftrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Ukraine geschickt worden, um prorussische Aktivisten zu Krawallen aufzustacheln.

Nach dem Bericht des Geheimdienstes SBU war die Frau im Besitz einer eigentlich nicht tödlichen Pistole, die so modifiziert wurde, dass sie scharfe Munition abfeuern könnte. Die Frau habe selbst ausgesagt, bei Zusammenstößen in der südlichen Stadt Mykolajiw zwischen prorussischen Demonstranten und Anhängern der neuen Regierung in Kiew drei Menschen durch Schüsse verletzt zu haben.

Demnach hatte sie schriftliche Anweisungen zur Ausbildung von Saboteuren bei sich und wollte eine 13-köpfige Saboteursgruppe in die östliche Stadt Donezk schicken, wo am Wochenende prorussische Demonstranten die Regionalverwaltung übernommen und die Unabhängigkeit von Kiew erklärt hatten.

Kein unbeschriebenes Blatt

Russische Medien berichteten, dass die junge Frau früher einer russischen Oppositionsgruppe angehört habe, bevor sie sich auf die Seite der Regierung geschlagen habe. Auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk VKontakte ist sie mit roten Haaren in Armeekleidung und einem Scharfschützengewehr in der Hand zu sehen. Den Medienberichten zufolge war Koleda im Jahr 2008 mit der radikalen Gruppe Anderes Russland an einem Angriff auf das Außenministerium beteiligt. Mehrere Aktivisten sagten, die junge Frau sei dafür bekannt, öfters ihre Ansichten zu ändern.

Nach Angaben der "Ukrainischen Prawda" war die junge Frau am 4. April eingereist und soll sich in den darauf folgenden Tagen mit Anführern und Aktivisten der prorussischen Bewegung getroffen haben. Zu ihren Aufgaben habe gehört, Aktionen gegen ukrainische Sicherheitskräfte zu initiieren und anschließend auch zu überwachen.

Ukraine stellt 48-Stunden-Ultimatum

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow drohte den prorussischen Separatisten im Osten des Landes ultimativ mit dem Einsatz von Gewalt. "Diese Krise wird innerhalb der nächsten 48 Stunden gelöst sein", sagte Awakow in Kiew. Die Regierung wolle zwar eine friedliche Lösung über Verhandlungen erreichen. Sollten die Aufständischen aber weiter auf Konflikt setzen, werde eine "schlagkräftige Antwort" folgen.

Am Dienstag hatten ukrainische Sicherheitskräfte in der Stadt Charkiw eine "Anti-Terror-Operation" gestartet, bei der 70 Menschen wegen "Separatismus" und "Massenunruhen" festgenommen wurden. Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow hatte zuvor im Parlament eine entschlossene strafrechtliche Verfolgung der Festgenommenen angekündigt.

Die Regierung in Moskau wies den Vorwurf zurück, die jüngsten Unruhen in der Ukraine angestiftet zu haben, um einen Vorwand für einen Einmarsch zu haben. Russland hatte Zehntausende Soldaten ins Grenzgebiet zur Ukraine verlegt.

Quelle: n-tv.de

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