Politik
Freitag, 23. Januar 2009

Studenten zahlen drauf: Uni Witten/Herdecke gerettet

Die Zukunft der ältesten deutschen Privatuniversität Witten/Herdecke ist nach einer wochenlangen Zitterpartie gesichert. Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium, die Hochschulleitung sowie ein Kreis neuer und alter Geldgeber einigten sich auf ein neues Finanzierungskonzept. "Das war sicherlich ein Rettungsakt in letzter Sekunde", sagte NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). "Ich bin aber froh, dass aus der Lösung in letzter Not keine Notlösung geworden ist."

Das Restrukturierungsprogramm sieht eine Erhöhung der Studierendenzahlen und ihrer Studienbeiträge sowie eine Senkung der Verwaltungskosten vor. Studenten der Humanmedizin müssten künftig insgesamt 41.000 statt 32.000 Euro zahlen, sagte Martin Butzlaff vom Hochschulpräsidium. Der Anteil der Studiengebühren am Gesamtbudget solle in den kommenden fünf Jahren von 7 auf 20 Prozent erhöht werden. In der Verwaltung sind Einsparungen von sieben Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren vorgesehen. Unter anderem sollen 30 von 400 Vollzeitstellen abgebaut werden.

Derzeit liege der Jahresetat der Hochschule bei über 30 Millionen Euro, sagte Butzlaff. Zuletzt hatte Witten/Herdecke vom Land 4,5 Millionen Euro jährlich erhalten. Im vergangenen Monat hatte Pinkwart der Hochschule jedoch überraschend den Geldhahn zugedreht und den Jahreszuschuss einbehalten.

Neue Investoren

Er monierte eine mangelhafte Geschäftsführung und das Fehlen eines seriösen Wirtschaftsplans. Für 2009 und 2010 stellt das Land dafür mit insgesamt 13,5 Millionen Euro eine besonders hohe Förderung bereit. Die Raten fließen aber nur, wenn die Hochschule sich an alle Vereinbarungen hält. "Wir gehen davon aus, dass wir 4,5 Millionen Euro jährlich auch über 2010 hinaus zahlen werden", sagte der Minister.

Da der Hochschule auch andere wichtige Geldgeber abgesprungen waren, drohte ihr in den vergangenen Wochen das endgültige Aus. Nun konnten jedoch neue Investoren gefunden werden, die gemeinsam für ein Finanzdefizit in Höhe von 16 Millionen Euro einstehen. Zu dem Kreis gehören neben einer Initiative ehemaliger Hochschulabsolventen auch eine Darmstädter Software Stiftung, eine Düsseldorfer Unternehmerfamilie, das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und eine Unternehmensberatung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Quelle: n-tv.de

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