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Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will die staatliche Förderung für künstliche Befruchtungen ausweiten.
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will die staatliche Förderung für künstliche Befruchtungen ausweiten.(Foto: imago/IPON)

Künstliche Befruchtung: Unverheiratete sollen Zuschüsse erhalten

Bislang werden unverheiratete Paare bei der Förderung für künstliche Befruchtungen nicht berücksichtigt. Wenn es nach der Bundesfamilienministerin geht, soll sich das nun jedoch ändern.

Auch unverheiratete Paare sollen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) eine staatliche Förderung für künstliche Befruchtungen bekommen können. Zur Zeit werde geprüft, wie die entsprechende Richtlinie geändert werden könne, sagte ein Sprecher des Familienministeriums in Berlin. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" über die Pläne berichtet.

Nach Ansicht der Ministerin sei es nicht mehr zeitgemäß, unverheiratete Paare anders zu behandeln als Verheiratete, betonte der Sprecher. Damit die Förderung ausgeweitet werden kann, müsste Schwesig eine Aufstockung des Etats beim Bundesfinanzministerium durchsetzen. Nach internen Berechnungen des Familienministeriums würden sich die jährlichen Zusatzkosten auf 400.000 Euro belaufen.

Förderung soll ausgeweitet werden

Eine künstliche Befruchtung ist teuer. Die Kosten liegen je nach Behandlungsform bei bis zu 4500 Euro. Das Bundessozialgericht hatte im vergangenen Jahr entschieden, dass die gesetzlichen Krankenkassen nach aktueller Rechtslage nicht einmal einen Teil des Geldes erstatten dürfen, wenn die Antragsteller nicht verheiratet sind. Ehepaaren werden Zuschüsse für drei Versuche gewährt.

Verheiratete können zudem die staatliche Förderung beantragen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich das Bundesland, in dem der Hauptwohnsitz des Paares liegt, mindestens in gleicher Höhe wie der Bund beteiligt. Derzeit machen Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bei dieser Kooperation mit. Noch in diesem Jahr soll Berlin hinzukommen.

Quelle: n-tv.de

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