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Für den Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen soll ein NPD-Funktionär verantwortlich sein.
Für den Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen soll ein NPD-Funktionär verantwortlich sein.(Foto: dpa)

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim: Verdacht gegen NPD-Politiker erhärtet sich

Im August wird im brandenburgischen Nauen ein Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim verübt. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass ein Politiker der NPD dafür verantwortlich ist. Die Staatsanwaltschaft erlässt einen erweiterten Haftbefehl.

Die Hinweise auf eine Beteiligung des NPD-Politikers Maik Schneider aus dem brandenburgischen Nauen an einem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft verdichten sich. Die Haftbefehle gegen den 29-jährigen Nauener Stadtverordneten und Kreistagsabgeordneten sowie einen mutmaßlichen Komplizen seien entsprechend erweitert worden, wie die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Siegrid Komor, sagte. "Die Ermittlungen haben den Verdacht gegen die beiden Männer erhärtet."

Demnach gehen die Ermittler aber auch dem Verdacht nach, dass der NPD-Politiker auch hinter einem Brandanschlag auf das Auto eines Politiker-Paares der Nauener Linkspartei stecken könnte. Auch das örtliche Parteibüro der Linken sei wiederholt Ziel von Angriffen geworden.

Die Zelle wird außerdem verdächtigt, einen in der Flüchtlingshilfe engagierten Jugendverein schriftlich bedroht und in der Stadt Flugblätter verteilt zu haben, auf denen zum "absoluten Widerstand" gegen eine "Invasion der Ausländer" aufgerufen wurde. Das Schreiben soll unter anderem Tipps zum Bau von Molotow-Cocktails und Rohrbomben enthalten haben. Der RBB berichtet, erst vor kurzem sei der Bus des Jugendvereins erneut beschädigt worden.

Bei dem Brandanschlag Ende August war die Sporthalle eines Oberstufenzentrums in Nauen komplett zerstört worden. In der Halle sollten eigentlich rund 100 Flüchtlinge untergebracht werden. Seit drei Wochen sitzen die beiden Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Zunächst wurde ihnen ein Brandanschlag auf das Auto eines Polen vorgeworfen. Die Ermittler gehen zusätzlich dem Verdacht nach, dass der NPD-Funktionär als Kopf einer rechtsextremen Gruppierung namens "Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland" für weitere Brandanschläge verantwortlich sein könnte.

Quelle: n-tv.de

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