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(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Aufregung um Roewer: Verfassungsschutz prüft Ex-Chef

Der Thüringer Verfassungsschutz ist nach dem Auffliegen des NSU-Trios bundesweit massiv attackiert worden. Im Zentrum der Kritik stand dabei unter anderem der frühere Präsident Roewer. Der lässt nun mit einem Interview aufhorchen.

Der Thüringer Verfassungsschutz erwägt offenbar eine Beobachtung seines früheren Präsidenten Helmut Roewer. Bislang sei dies zwar nicht der Fall, sagte Amtschef Stephan Kramer laut MDR. Doch wegen der Äußerungen zu einem Umsturz in Deutschland werde seine Behörde das prüfen: "Wir haben uns das Interview besorgt und werten es nun aus."

Roewer hatte in einem Interview von der Möglichkeit eines Umsturzes und des Schusswaffeneinsatzes bei der Abschiebung von Flüchtlingen gesprochen. Darüber hinaus deutete der an, in seiner Amtszeit zwischen 1994 und 2000 Journalisten geschadet zu haben.

Roewer war zwischen 1994 und 2000 Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz. Angesichts etlicher Affären wurde er vom Dienst suspendiert und in den Ruhestand versetzt. In seiner Amtszeit wurde der V-Mann Tino Brandt angeworben und auch wieder abgeschaltet. Brandt hatte mit letztlich gut 200.000 D-Mark den "Thüringer Heimatschutz" aufgebaut. Mitglieder der Gruppierung war auch das Trio, dass sich später zum NSU zusammenschloss und bundesweit für die Ermordung von zehn Menschen verantwortlich sein soll.

Quelle: n-tv.de

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