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Drastischen Inhalt enthält das Video auf jeden Fall. Ob es die Wahrheit zeigt, ist nicht geklärt.
Drastischen Inhalt enthält das Video auf jeden Fall. Ob es die Wahrheit zeigt, ist nicht geklärt.(Foto: Screenshot n-tv.de)

Grausame Bilder aus Syrien: Video zeigt, wie Rebell Leiche schändet

In Syrien soll ein Rebellen-Kommandeur einem Kämpfer des Assad-Regimes das Herz aus dem Leibe gerissen haben. Die Leichenschändung lässt der Mann auf Video festhalten. Trotz der anhaltenden Eskalation setzen die USA weiter auf eine Verhandlungslösung.

Anhänger der syrischen Regierung haben ein drastisches Video bei Youtube hochgeladen, das ihren Angaben zufolge zeigt, wie ein Kommandeur der Aufständischen einem Regierungssoldaten Herz und Leber aus dem Körper schneidet. Anschließend hält er sich das Herz vor das Gesicht und scheint es zu essen.

Die syrische Opposition distanzierte sich von der Tat. Bei dem Kämpfer soll es sich um Chalid al-Hamad alias Abu Sakkar aus der Stadt Homs handeln. Abu Sakkar ist Kommandeur der Omar-al-Faruk-Brigade. In seiner arabischen Version wurde das Video bislang mehr als 790.000 Mal geklickt, die englische Fassung mehr als 24.000 Mal.

Der Rebell beschimpft, während er die Leiche schändet, die religiöse Minderheit der Alawiten, der auch Präsident Baschar al-Assad angehört. "Ich schwöre bei Gott, Soldaten von Baschar, ihr Hunde - wir werden eure Herzen und eure Lebern essen", sagt der Mann. Unklar blieb, wann und wo das Video entstand.

"Täter müssen bestraft werden"

Die Nationale Syrische Koalition erklärte in Istanbul: "Sollte sich herausstellen, dass die Aufnahme und die Identität des Täters echt sind, so ist dieses Verhalten abzulehnen." Ein Verbrechen bleibe ein Verbrechen, unabhängig davon, wer es verübt. Der Täter müsse vor Gericht gestellt werden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte zuvor erklärt, es sei nicht genug, derartige Verbrechen zu verurteilen. Die Täter müssten auch bestraft werden. Keine Bestätigung gab es für Berichte regimetreuer Kräfte, wonach Al-Hamad inzwischen getötet worden sein soll.

Die "New York Times" schreibt, in den vergangenen Monaten seien mehrere solcher Videos im Netz aufgetaucht. Die meisten zeigten allerdings Angehörige von regimetreuen Milizen bei blutigen Kriegsverbrechen.

Das Magazin "Time" berichtet, zwei ihrer Korrespondenten hätten das Video im April "in Anwesenheit von einigen Kämpfern und Unterstützern von Abu Sakkar" gesehen. Diese hätten gesagt, der Film sei authentisch. "Time" selbst betont, die Journalisten hätten diese Aussage nicht überprüfen können. Laut "New York Times" ist es bereits das vierte Video, in dem Abu Sakkar auftaucht. Diese Videos zeigen jedoch nur Drohungen gegen Assad, keine Kriegsverbrechen.

USA fordern Verhandlungslösung

Die US-Regierung hofft weiter auf eine Verhandlungslösung in Syrien. Außenminister John Kerry sagte bei einem Besuch in Stockholm, dies sei "der beste Weg" mit Blick auf Moral wie auf Praktikabilität.

Er glaube nicht, dass Assad auf eine Lösung durch eigene militärische Erfolge setze. "Der russische Außenminister Lawrow hat mich informiert, dass Assad ihm schon Namen für bevorstehende Verhandlungen genannt hat", sagte Kerry.

Kerry ging bei der kurzen Pressekonferenz nicht auf die Debatte über den möglichen Einsatz chemischer Kampfstoffe in Syrien ein. Sichere Beweise dafür sind von US-Präsident Barack Obama als Auslöser eines möglichen direktes Eingreifen Washingtons in den Konflikt genannt worden.

Quelle: n-tv.de

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