Politik
Besonders bibeltreue Wähler werden bei den Kleinparteien fündig.
Besonders bibeltreue Wähler werden bei den Kleinparteien fündig.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die kuriosesten Kleinparteien im Bundeswahlkampf: Vorsicht, hier kommen die Freaks!

Von Heike Müller

Sie haben nur eine Handvoll potenzielle Wähler und die Mehrheit der Bürger hat noch nie etwas von ihnen gehört: die Kleinparteien. 58 wollen zur Bundestagswahl antreten und versuchen, sich mit den verrücktesten Parteizielen von der Masse abzuheben. n-tv.de stellt die skurrilsten von ihnen vor.

Die Violetten

Seit 2001 möchten die Violetten ihr esoterisches Gedankengut in der Gesellschaft verwirklichen. Und das nicht nur durch Meditation, sondern auch durch Parlamentsarbeit. Neben spiritueller Entwicklung und Hilfsbereitschaft müssen ein bedingungsloses Grundeinkommen und mehr direkte Demokratie her. Beim Parteinamen handelt es sich laut Gründungsparteiprogramm nicht nur um die Farbe mit der höchsten Schwingungszahl, sondern auch um die ausgewogene Einheit von Mann und Frau. Natürlich setzt die Partei deshalb auch in ihrer Doppelspitze auf die Frauenquote.

Christliche Mitte – Für ein Deutschland nach Gottes Geboten

Hier muss der Wähler nicht lange überlegen, wer die Parteiziele in Stein gemeißelt hat. Die Christliche Mitte leitet ihr Programm direkt von den Zehn Geboten ab. Alle Gesetze sollen nach christlichen Wertvorstellungen ausgerichtet werden, denn Deutschland hat sich von Gottes Geboten entfernt. Und diese Fehlentwicklung muss korrigiert werden. Das gilt auch für das Partei-Gebot Nummer 6: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben. Die Partei sagt Nein zu Pornografie und Homosexualität.

Die Bayernpartei spielt mit dem Image des Freistaates.
Die Bayernpartei spielt mit dem Image des Freistaates.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Partei Gesunder Menschenverstand

Wie der Name schon verrät, werden hier Gesetze nur noch auf Grundlage des gesunden Menschenverstandes erlassen – was auch immer das heißen mag. Dadurch soll eins ermöglicht werden: Wohlstand für alle! Für die nötige Finanzierung steht die Abschaffung der GEMA- und Fernsehgebühren ganz oben auf dem - doch sehr kurzen - Wahlprogramm.

Die Gerade Partei

"Schnauze voll?" Dann sind Sie hier genau richtig. Mit dem Slogan versucht die Partei alle Bürger zu ködern, die von Merkel und Co. genug haben. Eigentlich wollten die Geraden selbst gar keine Partei werden, doch die maßlose Verschwendung durch die Regierung konnte sie den Bürgern nicht noch weiterhin antun. Hilfe naht durch die Gerade Partei nach eigenen Angaben fair, konform, direkt, vorausschauend. Und das mit Zielen wie der Abschaffung des Wehrdienstes und der Abwrackprämie. Wirklich sehr vorausschauend.

Die Bayernpartei

Freiheit für Bayern: Die Bayernpartei ist mit 66 Jahren die älteste der Kleinparteien und interessiert sich - wie der Name schon sagt - hauptsächlich für das eigene Bundesland. Die separatistische Gruppierung fordert neben regionaler Selbstbestimmung mehr Unabhängigkeit oder doch am besten gleich direkt den eigenen Staat Bayern. Mit ihren Forderungen hat es die Partei 1949 sogar in den Bundestag geschafft.

Wer von den fünf Dutzend Parteien antreten darf, hat der Bundeswahlausschuss an diesem Freitag entschieden. Voraussichtlich konkurrieren 38 Parteien um die Gunst der Wähler. Ob von ihnen auch wieder eine Kleinpartei in den Bundestag einzieht, das entscheidet sich bei der Bundestagswahl am 22. September.

Quelle: n-tv.de

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