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(Foto: picture alliance / dpa)

31 Verdächtige identifiziert: WDR: Zwei Festnahmen in Köln

Knapp eine Woche nach den Ausschreitungen in der Silvesternacht in Köln hat die Polizei offenbar zwei Verdächtige festgenommen. Offenbar haben die beiden Männer die Vorgänge gefilmt. Derweil steigt die Zahl der Anzeigen weiter.

Nach den Übergriffen von Köln sind einem Bericht zufolge zwei Männer festgenommen worden. Bei ihnen seien Handys sichergestellt worden, auf denen Videos der Silvesternacht gespeichert gewesen sein sollen, berichtete der WDR. Die Polizei bestätigte die Meldung zunächst nicht. Laut dem Sender zeigen die Handy-Videos Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen.

Außerdem sei ein Zettel mit arabisch-deutschen Übersetzungen von sexistischen Begriffen sichergestellt worden. Bei den beiden Tatverdächtigen soll es sich um Männer mit Migrationshintergrund handeln. Insgesamt wird derzeit gegen 21 mutmaßliche Täter ermittelt. Inzwischen lägen 170 Anzeigen vor.

Laut dem Sender wurden zwei Männer bereits in der Silvesternacht festgenommen. Ihnen würden Taschendiebstähle vorgeworfen. Fünf weitere seien am 3. Januar festgenommen worden. Zwei von ihnen wurden einem Haftrichter vorgeführt.

18 Asylbewerber unter bekannten Verdächtigen

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Unterdessen teilte das Bundesinnenministerium mit, dass es sich bei zwei Drittel der von der Bundespolizei in der Kölner Silvesternacht festgestellten Tatverdächtigen um Asylbewerber handelt. Die Bundespolizei habe 31 Verdächtige namentlich identifizieren können, sagte ein Sprecher. Unter ihnen seien 18 Asylbewerber, deren Nationalität der Sprecher allerdings nicht aufschlüsselte. Insgesamt seien unter den Verdächtigen neun Algerier, acht Marokkaner, vier Syrer, fünf Iraner, ein Iraker, ein Serbe, ein Amerikaner und zwei Deutsche.

Ihnen werde vorgeworfen, Diebstähle und Körperverletzungen begangen zu haben, erklärte der Sprecher. Es seien auch drei Anzeigen wegen sexueller Delikte bei der Bundespolizei eingegangen, dazu hätten aber bisher keine Verdächtigen ermittelt werden können. Neben der Bundespolizei war an dem Einsatz in der Silvesternacht auch die Landespolizei beteiligt.

Zugleich wies der Sprecher Vorwürfe zurück, die Bundespolizei sei unterbesetzt gewesen. In der Silvesternacht seien 67 Beamte der Bundespolizei am Kölner Hauptbahnhof im Einsatz gewesen. Das sei deutlich mehr als an normalen Abenden und auch mehr als am Silvesterabend ein Jahr zuvor.

Reker lässt Polizei rügen

Derweil kritisierte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Polizei wegen der schleppenden Kommunikation in den Tagen nach den Übergriffen in der Silvesternacht. "Es ist doch sehr deutlich, dass sie auch nach Tagen einen anderen Informationsstand hatten als er bei der Polizei zu diesem Zeitpunkt vorhanden war", sagte Rekers Sprecher Gregor Timmer. Es lasse Fragen zur Strategie der Polizei zu, wenn nun zunehmend Details der Einsätze an die Öffentlichkeit gelängen. "Es könnte da politische oder auch taktische Motive geben", sagte der Reker-Sprecher.

Die parteilose Oberbürgermeisterin hatte am Montag - drei Tage nach den Ausschreitungen - vor Journalisten gesagt, die Behörden hätten keine Hinweise darauf, dass es sich bei den Beteiligten um Flüchtlinge handele. Entsprechende Vermutungen seien "absolut unzulässig".

Einsatzberichte aus der Nacht erwähnen dagegen unter anderem zahlreiche Personenkontrollen unter anderem auch von Syrern. "Das, was sie über die Nacht am Bahnhof weiß, weiß sie aus den Medien und von der Polizei", sagte Timmer. Reker sei am Samstagnachmittag durch den Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers telefonisch darauf hingewiesen worden, dass es in der Silvesternacht Übergriffe in größerem Ausmaß gegeben habe.

Quelle: n-tv.de

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