Politik
Ein paar Minuten allein: Emmanuel Macron im Januar in Quimper.
Ein paar Minuten allein: Emmanuel Macron im Januar in Quimper.(Foto: imago/IP3press)
Samstag, 06. Mai 2017

Nach Hackerangriff auf Macron: Wahlkampfkommission fordert Zurückhaltung

Seit Mitternacht dürfen in Frankreich keine Umfragen oder andere Dinge mehr veröffentlicht werden, die die Wahlen beeinflussen könnten. Deshalb fordert die Wahlkampfkommission Medien auf, keine Inhalte aus den gehackten E-Mails des Favoriten Macron zu veröffentlichen.

Die französische Kommission zur Kontrolle des Wahlkampfs (CNCCEP) hat die Medien aufgefordert, keine Inhalte aus den gestohlenen E-Mails des unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron zu veröffentlichen. Die Verbreitung der Inhalte könnte den Wahlausgang beeinflussen und eine Straftat darstellen, teilte die Kommission mit.

Seit Ende des Wahlkampfes um Mitternacht dürfen in Frankreich keine Umfrageergebnisse oder andere Dinge veröffentlicht werden, die die Wahl beeinflussen könnten. Unter Hinweis auf diese Vorschrift lehnte auch das Innenministerium eine Stellungnahme zu dem Vorfall ab.

Demokratie in Gefahr

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Am späten Freitagabend hatte das Wahlkampfteam Macrons mitgeteilt, dass es Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden sei. Ziel der Attacke sei es gewesen, Macron zu diskreditieren. Es seien echte Dokumente gestohlen und zusammen mit fingierten online gestellt worden, um Falschinformationen über den Bewerber zu streuen. Dabei handele es sich um einen ernstzunehmenden Vorfall, der nicht toleriert werden könne, da er die Demokratie in Gefahr bringe. Rund neun Gigabyte an Daten wurden von einem Nutzer mit dem Namen EMLEAKS auf der Plattform Pastebin veröffentlicht.

Macron geht am Sonntag als Favorit in die Stichwahl gegen die rechtsextreme Marine Le Pen. Am Freitag, dem letzten Tag eines turbulenten Wahlkampfes, lag der Linksliberale in mehreren Umfragen 24 Prozentpunkte vor der Kandidatin des Front National. Die Abstimmung ist eine der wichtigsten in Frankreich seit Jahrzehnten. Die Franzosen müssen sich entscheiden zwischen einem pro-europäischen früheren Investmentbanker, der staatliche Regulierung für Unternehmen beschneiden und zugleich Arbeitnehmerrechte schützen will, und einer EU-skeptischen Rechtsextremen, die raus aus der Euro-Zone und strikte Begrenzungen für Einwanderer will.

Unterdessen wird bekannt, dass die französische Abgeordnete Corinne Erhel bei einer Wahlkampfveranstaltung für den Präsidentschaftskandidaten Macron zusammengebrochen und wenig später im Krankenhaus gestorben ist. Corinne Erhel habe während ihrer Rede bei dem Treffen in Plouisy in der Bretagne einen Schwächeanfall erlitten, teilte Parlamentspräsident Claude Bartolone mit. Er zeigte sich tief betroffen vom Tod der 50-Jährigen.

Quelle: n-tv.de

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