Politik
Bombentreffer aus der Luft? Durch das  Eingreifen fremder Kampfflugzeuge könnte sich der libysche Bürgerkrieg zu einem überregionalen Krisenherd ausweiten.
Bombentreffer aus der Luft? Durch das Eingreifen fremder Kampfflugzeuge könnte sich der libysche Bürgerkrieg zu einem überregionalen Krisenherd ausweiten.(Foto: REUTERS)

"Eskalation der Gewalt" in Libyen: Washington ermahnt die Emirate

Jenseits des Mittelmeers beginnt der Krieg: Unter den Augen des Westen stürzt Libyen immer tiefer ins Chaos - in unmittelbarer Nachbarschaft Europas. Die USA geißeln "Einmischungen von außen". Mischen Kampfjets vom Golf in Libyen mit?

Hilflos blickt die Welt auf das Wüten des libyschen Bürgerkriegs: Die USA und ihre wichtigsten europäischen Nato-Partner haben die "Eskalation der Gewalt" in Libyen verurteilt. In einer von den Regierungen in Washington, Berlin, Paris, London und Rom unterzeichneten Erklärung forderten die beteiligten Staaten am Abend eine Rückkehr auf den Weg des "demokratischen Übergangs". Die "Eskalation der Kämpfe und der Gewalt" werde "mit aller Stärke verurteilt". Alle Konfliktparteien in Libyen müssten einem sofortigen Waffenstillstand zustimmen.

In der in Washington veröffentlichten Erklärung wurden zudem "Einmischungen von außen" verurteilt, die die Spannungen in Libyen nur verschärften. Dieser Passus zielt offensichtlich auf Luftangriffe durch bislang unbekannten Kampfflugzeugen auf Stellungen von Islamisten am Flughafen von Tripolis. Die Einmischung von Außen könnte die Kluft zwischen rivalisierenden Milizen vertiefen und den Übergang zur Demokratie schwächen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Nato-Partner.

Ein Vertreter der US-Regierung bestätigte am Abend in Washington zudem erstmals Vermutungen, dass die Angriffe von Kampfjets aus den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt worden waren. "Die Emirate haben diese Angriffe geflogen", sagte der US-Vertreter, der anonym bleiben wollte, wörtlich. Die Flugzeuge hätten für ihre Einsätze ägyptische Stützpunkte benutzt. Zuvor hatten Beobachter auch auf ein verdecktes militärisches Eingreifen nordafrikanischer Staaten wie etwa Algerien oder Ägypten spekuliert.

Im Jahr Drei nach Gaddafi

Libyen ist seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 nicht zur Ruhe gekommen. In den vergangenen Monaten rutschte das Land weitgehend unbeachtet von den westlichen Militärmächten immer tiefer ins Chaos.

In verschiedenen Regionen gibt es heftige Kämpfe, zudem lähmt eine tiefe politische Krise den Staatsapparat: Obwohl sein Mandat eigentlich abgelaufen ist, beauftragte der libysche Nationalkongress zu Wochenbeginn den proislamistischen Politiker Omar al-Hassi mit der Bildung einer "Regierung der nationalen Einheit".

Damit forderte der Nationalkongress die eigentlich herrschende Übergangsregierung heraus. Deren Ministerpräsident Abdullah al-Thani bezeichnete die Entscheidung des Nationalkongresses als illegal.

Quelle: n-tv.de

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