Politik
Schwere Vorwürfe gegen Alice Weidel: Sie soll eine Syrerin am Staat vorbei beschäftigt haben.
Schwere Vorwürfe gegen Alice Weidel: Sie soll eine Syrerin am Staat vorbei beschäftigt haben.(Foto: imago/Jens Schicke)
Mittwoch, 13. September 2017

Schwarz bezahlte Putzfrau: Weidel soll Asylbewerberin beschäftigt haben

Geht es um den Zuzug von Flüchtlingen, malt AfD-Spitzenkandidatin Weidel gern Szenarien vom kollabierenden Sozialstaat an die Wand: Einen Bericht, wonach sie in ihrer Schweizer Wohnung eine syrische Asylbewerberin schwarz beschäftigt haben soll, dementiert sie.

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll im Jahr 2015 eine Asylbewerberin aus Syrien schwarz bei sich beschäftigt haben. Nach Informationen der "Zeit" arbeitete die Frau als Haushaltshilfe im Schweizer Wohnsitz der Politikerin. Sie sei auf eine Studentin der Islamwissenschaften gefolgt, die zuvor ebenfalls schwarz für Weidel gearbeitet haben soll. Demnach zahlte die 38-Jährige der Syrerin 25 Franken pro Stunde - umgerechnet knapp 22 Euro pro Stunde für ihre Dienste. Einen schriftlichen Arbeitsvertrag habe es jedoch nicht gegeben. Auch um eine Rechnungsstellung sei die Haushaltshilfe nicht gebeten worden.

AfD-Pressesprecher Christian Lüth erklärte, "abgesehen davon, dass die Asylbewerberin kein Geld bekommen" habe, sei "eine Bar-Bezahlung einer Haushaltshilfe nach Schweizer Recht legal". Dass Weidel überhaupt eine Asylbewerberin angestellt oder sie vergütet haben soll, dementierte Lüth. Die Frage, ob die besagte Studentin als Haushaltshilfe bei Weidel arbeitete, beantwortete der Sprecher nicht.

Später teilte laut "Zeit" der Anwalt von Weidel mit, seine Mandantin pflege "einen freundschaftlichen Kontakt zu einer Asylbewerberin aus Syrien hat, die unserer Mandantin nahe steht. Diese Asylbewerberin war als Freundin unserer Mandantin auch im Hause unserer Mandantin zu Gast." Es habe aber weder eine Anstellung noch eine Vergütung gegeben.

AfD: Grundrecht auf Asyl abschaffen

Weidels Partei plädiert nicht nur für die sofortige Schließung der Mittelmeerroute, sondern auch für die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl in der heutigen Form. "Wir müssen auch an die Kapazitätsgrenzen in unserem Land denken", hatte Weidel im August mit Blick auf das Grundrecht auf Asyl gesagt. Diese seien "schon lange erreicht". Weidel forderte zudem, dass Deutschland seine Grenzen dichtmachen müsse, wenn die EU-Außengrenzen nicht gegen Migranten abgeschirmt werden können.

Zur Debatte über den Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus sagte Weidel, dies sei "der Sargnagel zu unserem Sozialsystem". Das Auswärtige Amt hatte im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 60.000 Visa für die Familienzusammenführung ausgestellt. Davon gingen knapp die Hälfte an Angehörige von Syrern und Irakern.

Weidel lebt mit Partnerin in Biel

Weidel lebt mit ihrer Partnerin, einer Film- und Fernsehproduzentin mit sri-lankischen Wurzeln, im schweizerischen Biel. Dort zieht das Paar auch die beiden Söhne groß. Offiziell gibt Weidel ihren Wohnsitz allerdings mit Überlingen am Bodensee an. Wo sie ihre Steuern zahlt, wollte sie bislang nicht sagen.

Schweizer Medien hatten im Mai berichtet, dass die AfD-Politikerin ihre Abgaben im Nachbarland zahle - dort fällt die Steuerlast wesentlich geringer aus als in Deutschland. Urs Stauffer, der Steuerverwalter der Stadt, hatte damals der "Neuen Zürcher Zeitung" erklärt: "Man kann davon ausgehen, dass alle steuerlichen Aspekte, die mit einer Anmeldung in Biel verbunden sind, abgedeckt sind."

Quelle: n-tv.de

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