Politik

Kashmiri Urheber vieler AnschlägeWeiterer Top-Terrorist tot

04.06.2011, 13:57 Uhr

Nach der Operation gegen Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden töten die USA offenbar einen weiteren Top-Terroristen. So soll der Pakistani Mohammad Ilyas Kashmiri nach Geheimdienstberichten aus Islamabad bei einem US-Drohnen-Angriff ums Leben gekommen sein. Seit August 2010 zählt er zu den meistgesuchten Terroristen.

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Mohammad Ilyas Kashmiri war nach dem Tod Osama Bin Ladens angeblich in den Führungsstab von Al-Kaida aufgerückt. (Foto: Reuters)

Einen Monat nach Al-Kaida-Chef Osama bin Laden haben die USA offenbar einen weiteren Top-Terroristen getötet. Wie der pakistanische Geheimdienst und Medien berichteten, kam der Extremist Mohammad Ilyas Kashmiri bereits am Freitag bei einem US-Drohnen-Angriff in Pakistan ums Leben. Geheimdienstangaben zufolge schoss ein ferngesteuertes Fluggerät drei Raketen auf ein Extremistenzentrum in einem Dorf in Süd-Wasiristan. Dabei seien insgesamt acht Kämpfer getötet worden, darunter fünf aus Kashmiris Gefolgschaft.

Der Tod des 47-Jährigen, der in enger Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida stand, wurde vom angeblichen Sprecher seiner militanten Gruppierung, Abu Hanzla, bestätigt. Dies geschah in Form einer handschriftlich auf Urdu verfassten Botschaft, die eingescannt und per e-Mail an Journalisten versandt wurde. Hanzla drohte den USA Vergeltung an.

Kashmiri steht seit August 2010 auf der UN-Liste der meistgesuchten Terroristen. Die USA hatten auf ihn ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Kashmiri war Anführer der Terrororganisation Harakat ul Dschihad Islami (Bewegung für den islamischen Kampf) und gilt als Kommandeur für Al-Kaida-Angriffe auf dem indischen Subkontinent. Nachdem der Terroristenführer Osama bin Laden am 2. Mai in Pakistan von US-Militärs getötet wurde, soll Kashmiri neu in den Führungsrat der Al-Kaida berufen worden sein.

Schon einmal für tot erklärt

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Kashmiri bekannte sich zum Anschlag auf das indische Lokal "German Bakery". (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Kashmiri ist vorgeworfen worden, er habe mehrere Terroristen nach deren militärischer Ausbildung im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet für Anschläge in Deutschland rekrutiert.

Im September 2009 wurde er schon einmal für tot erklärt, nachdem bei einem US-Angriff mit einer Drohne in der pakistanischen Unruheregion Nord-Waziristan mehrere Terroristen getötet worden sein sollen. Kurz danach meldete er sich allerdings zurück und kündigte in Interviews neue Anschläge an. Im Februar 2010 bekannte sich Kashmiri zu der verheerenden Attacke auf das Lokal "German Bakery" in der indischen Stadt Pune. Bei der Bombenexplosion wurden mindestens 17 Menschen getötet. Unter den rund 60 Verletzten war auch eine Deutsche.

Kashmiri wurde am 2. Januar oder 10. Februar 1964 in dem Dorf Bhimper im Samahani-Tal des pakistanischen Teils von Kaschmir geboren. Bereits als junger Mann kämpfte er in den 1980er Jahren auf der Seite der Taliban gegen die sowjetischen Besatzer in Afghanistan. Danach schloss er sich islamistischen Rebellen in seiner Heimat Kaschmir an und bekämpfte die Regierung Pakistans.

Quelle: dpa/rts/AFP