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Flüchtlinge blicken von einem Rettungsboot aus auf die italienische Küste.
Flüchtlinge blicken von einem Rettungsboot aus auf die italienische Küste.(Foto: dpa)
Montag, 28. August 2017

Rückgang der Flüchtlingszahlen: Weniger Menschen erreichen Italien

Mehr als 21.000 Flüchtlinge kommen 2016 allein im Juli und August in Italien an. Im Vergleich dazu ist es dieses Jahr nur ein Bruchteil. Die libysche Küstenwache reklamiert den Erfolg für sich, Migrationsexperten sehen eine andere Ursache.

In den Sommermonaten Juli und August ist die Zahl der Flüchtlinge, die in Italien über das Mittelmeer angekommen sind, deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr erreichten allein in diesem Monat knapp 90 Prozent weniger Flüchtlinge die italienische Küste, wie aus Zahlen des italienischen Innenministeriums hervorgeht. Bis zum 25. August kamen 2932 Migranten in Italien an, im Jahr zuvor waren es 21.294 Flüchtlinge.

Die libysche Küstenwache führt den Rückgang vor allem auf intensivere Kontrollen im Mittelmeer zurück. Zudem hätten sich mehrere private Rettungsboote zurückgezogen, wodurch sich weniger Schmuggelboote auf den Weg machen würden, sagte ein Sprecher der libyschen Küstenwache.

Experten gehen jedoch davon aus, dass der Rückgang auch mit dem Aufkommen einer neuen bewaffneten Gruppe in Libyen zu tun haben könnte, die die Schmuggler am Ablegen hindert. "Wir können nicht sagen, ob es sich um eine lang anhaltende Entwicklung handelt", sagte eine Sprecherin der Internationalen Organisation für Migration (IOM).

Libyen ist derzeit der wichtigste Abfahrtsort für Flüchtlinge, die versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. In dem Land herrscht nach jahrelangem Bürgerkrieg Chaos. Unzählige Milizen kämpfen um die Macht. In diesem Jahr erreichten insgesamt bislang mehr als 98.000 Flüchtlinge Italien.

Quelle: n-tv.de

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