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Die Polizisten wurden zu diesem Unfall gerufen und dann heimtückisch von hinten erschossen.
Die Polizisten wurden zu diesem Unfall gerufen und dann heimtückisch von hinten erschossen.(Foto: AP)

Attacken auf muslimische Einrichtungen in Frankreich: Wieder stirbt eine Polizistin im Kugelhagel

Nach dem offenbar islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" in Paris kommt es in mehreren Gemeinden Frankreichs zu Attacken auf muslimische Einrichtungen. Zudem wird bei einem Überfall im Süden von Paris eine Polizistin erschossen. Der Angreifer trug eine schusssichere Weste. Die beiden Hauptverdächtigen sind noch immer auf der Flucht.

Am Tag nach dem Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" steigt die Frankreich die Furcht vor Racheakten gegen muslimische Gemeinden und auch vor Trittbrettfahrern des Anschlags von Paris. So kam es in einem Restaurant nahe einer Moschee von Villefranche-sur-Saône zu einer Explosion. Zudem wurde ein muslimischer Gebetsraum im südfranzösischen Port-la-Nouvelle beschossen. Verletzt wurde niemand.

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Zu einem weiteren Zwischenfall kam es am Morgen am südlichen Stadtrand von Paris. Dort hatte ein Mann mit einer Maschinenpistole das Feuer auf Polizisten eröffnet. Eine Polizistin wurde getötet, ihr Kollege und ein Mitarbeiter der Stadtreinigung wurden verletzt.

Der 52-jährige Angreifer ist auf der Flucht. In französischen Medien war gemutmaßt worden, bei dem Angreifer könne es sich um einen der beiden gesuchten Attentäter handeln. Aus Ermittlerkreisen verlautete aber, es gebe derzeit keinen "eindeutigen Zusammenhang" mit der offenbar islamistischen Attacke auf "Charlie Hebdo" am Mittwoch. Nach Bekanntwerden der neuen Schießerei hatte Innenminister Bernard Cazeneuve überstürzt eine Krisensitzung im Elysée-Palast verlassen und war zum Tatort geeilt.

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Die Schießerei ereignete sich in der Nähe der Porte de Châtillon im Süden von Paris. Der Mann, mit einer schusssicheren Weste und einem Schnellfeuergewehr ausgestattet, hatte um 08.19 Uhr das Feuer auf die Polizisten eröffnet, die zu einem Unfall gerufen worden waren. Er hatte den Polizisten von hinten in die Rücken geschossen. Die Polizistin erlag Stunden später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Derweil läuft in ganz Frankreich eine Großfahndung nach den 32 und 34 Jahre alten Brüdern, die als Hauptverdächtige der Attacke auf "Charlie Hebdo" am Mittwoch gelten. Bei dem Anschlag waren im Stadtzentrum von Paris zwei Männer mit Kalaschnikows in die Redaktionsräume gestürmt. Sie töteten dort und auf ihrer Flucht insgesamt zwölf Menschen. Elf Personen wurden verletzt, einige davon schwer.

Verdächtige werden verhört

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In der Nacht hatte es nach Angaben des französischen Premierministers Manuel Valls mehrere Festnahmen gegeben. Insgesamt sieben Menschen befänden sich in Polizeigewahrsam. Die Männer und Frauen würden derzeit verhört. Zur Frage, ob die beiden flüchtigen Terrorverdächtigen unter den Festgenommenen sind, wollte Valls sich nicht äußern. Seit der Nacht befindet sich auch ein mutmaßlicher Helfer der beiden Attentäter von Paris in Gewahrsam.

Die französischen Behörden hatten die Öffentlichkeit zur Mithilfe bei der Großfahndung nach den beiden flüchtigen Terrorverdächtigen aufgerufen: Im Internet veröffentlichte die Polizei ein Fahndungsplakat, das die beiden Hauptverdächtigen Saïd und Chérif Kouachi zeigt. Die Ermittler erhoffen sich dadurch neue Hinweise von Zeugen, die zum Verbleib der womöglich schwer bewaffneten Täter führen könnten.

Wo sich die beiden Gesuchten aufhalten, ist unklar. Polizeiaktionen in Reims, Straßburg und in weiteren Orten Frankreichs lieferten offenbar keine neuen Ergebnisse. Der jüngste der drei mutmaßlichen Täter stellte sich in der Kleinstadt Charleville-Mézières nahe der belgischen Grenze der Polizei. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, ging der 18-jährige Schwager der beiden Hauptverdächtigen am späten Mittwochabend auf die Polizeistation der Stadt und wurde dort festgenommen. Medienberichten zufolge soll es sich um den 1996 geborenen Hamyd Mourad handeln. Der junge Mann habe seine Unschuld beteuert.

Unbestätigten Angaben zufolge ging er freiwillig zur Polizei, nachdem sein Name im Zusammenhang mit dem Attentat in sozialen Netzwerken im Internet aufgetaucht war. Der junge Mann wird verdächtigt, den beiden anderen "bei ihrem Angriff geholfen zu haben", wie es zuvor vonseiten der Polizei geheißen hatte. Mitschüler in Charleville-Mézière sollen Medien zufolge jedoch erklärt haben, er sei am Morgen in der Schule gewesen.

 Flucht Richtung Belgien?

Medienberichten zufolge soll er einen der Fluchtwagen gesteuert haben, mit denen die Attentäter trotz sofort eingeleiteter Großfahndung aus der Pariser Innenstadt entkamen. Ob sich aus seiner Anwesenheit nahe der Grenze Rückschlüsse auf den Fluchtweg der beiden verdächtigen Brüder Said (34) und Chérif Kouachi (32) ziehen lassen, blieb unklar.

Womöglich unterlief den Attentätern bei ihrer Flucht aus Paris ein folgenschwerer Fehler, der die Polizei schnell auf eine Spur gebracht haben könnte. Wie die französische Zeitschrift "Le Point" schreibt, hätten die Terroristen einen Personalausweis in ihrem Fluchtwagen vergessen, als sie am Rande der Hauptstadt das Auto wechselten.

"Damit Charlie lebt"

Mehrere französische Zeitungen druckten am Donnerstag eine fast schwarze Seite eins. Die eher linke "Libération" schrieb auf schwarzem Grund: "Nous sommes tous Charlie" (Wir sind alle Charlie). Die konservative Zeitung "Le Figaro" titelt: "La Liberté assassiné" (Die ermordete Freiheit). Das Blatt "Le Parisien" schrieb auf dem Titelblatt: "Ils ne tueront pas la liberté" (Sie werden die Freiheit nicht töten).

Auch eine Reihe deutscher Zeitungen druckte Mohammed-Karikaturen und andere religionskritische "Charlie Hebdo"-Zeichnungen nach. Unter der Schlagzeile "Vive la liberté" ("Es lebe die Freiheit") bestreitet die Berliner Zeitung "B.Z." die gesamte Titelseite ihrer Donnerstagausgabe mit Titelbildern des Magazins. "Wir veröffentlichen die Satire von Charlie Hebdo aus Respekt vor den Ermordeten, die die Meinungsfreiheit verteidigten", heißt es in einer Erklärung der Zeitung an ihre Leser. Auch andere Blätter zeigen Zeichnungen.

Drei französische Medienhäuser sagten der Satirezeitschrift Hilfe zu. Der staatliche Hörfunk und das Fernsehen sowie die Tageszeitung "Le Monde" erklärten, sie wollten dem Magazin das notwendige Personal und Sachmittel zur Verfügung stellen. Ihre Mitteilung trägt die Überschrift: "Damit Charlie lebt."

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Quelle: n-tv.de

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