Spott und Häme für PolitikerWulff will Gräben zuschaufeln
Bundespräsident Wulff will das Ansehen der Politiker in Deutschland wieder verbessern und ist selbst überrascht, wie groß diese Aufgabe ist.
Bundespräsident Christian Wulff sieht sich bei seiner Aufgabe, zwischen Bürgern und Politik zu vermitteln, vor einer größeren Herausforderung als erwartet. "Am meisten fällt mir auf, dass die Aufgabe noch viel größer ist, als ich befürchtete. Also, da ist wirklich viel zu tun, diese Gräben, die es da gibt, zu schließen", sagte er in der ARD.
Früher sei man dafür gelobt worden, dass man sich engagiere und für ein politisches Amt kandidiere. "Heute begleitet auch die Politiker viel Häme, viel Spott und viel Misstrauen – mehr als früher, und das kann so nicht bleiben", sagte Wulff. Demokratie funktioniere aber nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und nicht jeder Politiker als Karrierist verhöhnt werde. "Für dieses unser Land haben wir die Verantwortung; wir haben kein anderes Land, es ist unser Land, aus dem müssen wir gemeinsam etwas machen."
Wulff selbst ist seit fast 25 Jahren in der Politik tätig. Er war von 2003 an bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten 2010 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen. Seitdem ruht auf seinen Wunsch hin seine Mitgliedschaft in der CDU.