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"Es ist gelungen, das Migrationsgeschehen zu ordnen": Thomas de Maizière.
"Es ist gelungen, das Migrationsgeschehen zu ordnen": Thomas de Maizière.(Foto: picture alliance / Kay Nietfeld/)
Mittwoch, 11. Januar 2017

Neue Daten aus dem Innenministerium: Zahl der Flüchtlinge sinkt

Der Andrang lässt offenbar nach: Im vergangenen Jahr suchen in Deutschland nur rund 280.000 Personen Schutz. Die Zahl liegt damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Masse der neu eingereichten Asylanträge steigt dagegen kräftig an.

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Die Zahl der neu nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge ist im vergangenen Jahr gegenüber den Rekordwerten aus dem Jahr 2015 deutlich gesunken. Wie aus der von Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Berlin vorgestellten Statistik hervorgeht, wurden 2016 insgesamt rund 280.000 Asylsuchende in Deutschland registriert. Das ist nur noch ein Drittel des Spitzenwerts aus dem Jahr 2015. Damals kamen etwa 890.000 Flüchtlinge ins Land.

De Maizière sprach von einem deutlichen Rückgang. "Das zeigt, dass die Maßnahmen, die die Bundesregierung und die Europäische Union ergriffen haben, greifen." Nach den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres seien das EU-Türkei-Abkommen gekommen und die Balkanroute geschlossen worden. "Es ist gelungen, das Migrationsgeschehen zu ordnen, zu steuern", so de Maizière.

Weniger Flüchtlinge, mehr Anträge

Die Zahl eingereichten Asylanträge stieg dagegen deutlich an: Mehr als 745.000 Flüchtlinge stellten im vergangenen Jahr beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Asylantrag. Die Zahl der Anträge weicht von der Registrierungszahl ab, weil insbesondere Ende 2015 und Anfang 2016 das Bundesamt mit der Bearbeitung kaum hinterherkam und viele Flüchtlinge lange warten mussten, bis sie einen Antrag stellen konnten.

"Der Berg unerledigter Anträge wird abgetragen", sagte de Maizière nun. Tatsächlich ist der Antragsstau inzwischen kleiner geworden. Das Bundesamt entschied 2016 über gut 695.000 Anträge - so viele wie noch nie in seiner Geschichte. 37 Prozent der Antragsteller wurden als Flüchtlinge nach der Genfer Konvention anerkannt. Weitere 22 Prozent erhielten den untergeordneten subsidiären Schutz.

Die Masse stammt aus Syrien

Die größte Gruppe unter den Schutzsuchenden stellen derzeit die Syrer, in deren Heimatland ein gnadenloser Krieg tobt, dessen Ende nicht absehbar scheint. Zu den Hauptherkunftsländern zählten 2016 auch Afghanistan, der Irak, Albanien und Eritrea.

Im vergangenen Jahr war die Bundesregierung zunächst von rund 1,1 Millionen Schutzsuchenden für 2015 ausgegangen. Doch unter anderem wegen Mehrfachmeldungen konnte diese Zahl nach unten korrigiert werden.

Quelle: n-tv.de

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