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Fast 50 Kinder werden in Deutschland pro Tag misshandelt oder sexuell missbraucht.
Fast 50 Kinder werden in Deutschland pro Tag misshandelt oder sexuell missbraucht.(Foto: dpa)
Dienstag, 19. Mai 2015

Täter werden immer aggressiver: Zahl der Kindesmisshandlungen nimmt zu

Die neue Statistik des Bundeskriminalamts zur Gewalt gegen Kinder zeigt erschreckende Ergebnisse: Zwar ging die Zahl der getöteten Kinder im Vergleich zum Vorjahr zurück, doch Aggressivität und Misshandlungen nehmen zu. Und das Dunkelfeld ist groß.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr weniger Kinder getötet worden als 2013. Insgesamt starben 108 Jungen und Mädchen 2014, weil sie Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung wurden. Davon sind fast drei Viertel jünger als sechs Jahre gewesen. Das waren fast 30 Prozent weniger als im Jahr zuvor, in dem 153 Todesfälle von Kindern zu verzeichnen waren. Allerdings sind noch 81 Tötungsversuche dem hinzuzufügen. Die Zahlen gehen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Deutsche Kinderhilfe legten in Berlin eine Auswertung der Statistik zur Gewalt an Kindern vor.

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Auch die Zahl der Jungen und Mädchen, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, ging leicht zurück - allerdings blieb sie auf hohem Niveau: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 14.395 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch. Das sind umgerechnet fast 40 Fälle pro Tag. Rechnet man die Fälle weiterer körperlicher Gewalt hinzu, erhöht sich die Zahl der betroffenen Kinder auf mehr als 50 pro Tag. 

Experten gehen von einem großen Dunkelfeld aus. Die Deutschen Kinderhilfe mahnte, auch wenn in einigen Bereichen die Opferzahl sinke, sei dies keineswegs ein Zeichen der Entwarnung. "Jedes betroffene Kind ist eines zu viel", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kinderhilfe, Rainer Becker.

"Wer schweigt, macht sich schuldig"

"Gewalttaten müssen zur Anzeige gebracht werden - wer schweigt, macht sich schuldig", forderte Münch. Er verwies zudem darauf, dass das Leid der Opfer durch die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet noch verschärft werde. "Hinter jedem Fall steht eine menschliche Tragödie, ein oftmals lebenslanges Trauma", mahnte Münch. Angesichts des Massenphänomens Kinderpornografie würden automatisierte Verfahren entwickelt, um neue Bilder schneller erkennen zu können.

Becker forderte mehr Prävention, aber auch Strafverschärfungen. Das Mindeststrafmaß für alle gegen Kinder gerichtete Vorsatzstraftaten müsse auf ein Jahr erhöht werden, erklärte Becker. Zudem müssten Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte regelmäßig zu Kinderrechten und Gewaltprävention aus- und weitergebildet werden. "Jeder von uns kennt Kinder, die von Gewalt - auch von sexueller - betroffen sind", mahnte Becker. Das müssten die Menschen "endlich realisieren".

Quelle: n-tv.de

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