Politik
Der Lichtkünstler Oliver Bienkowski projiziert Anfang August den Schriftzug "Außer Betrieb" an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
Der Lichtkünstler Oliver Bienkowski projiziert Anfang August den Schriftzug "Außer Betrieb" an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue BAMF-Mitarbeiter brauchen Zeit: Zahl der offenen Asylanträge wächst

Angesichts des großen Flüchtlingsandrangs hat die Regierung versprochen, neue Mitarbeiter einzustellen und die Bearbeitung von Asylanträgen zu beschleunigen. Bisher ist davon nichts zu spüren. Im August ging die Zahl der bearbeiteten Anträge sogar stark zurück.

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stapeln sich laut einem Zeitungsbericht immer mehr unbearbeitete Asylanträge. Die Zahl der noch ausstehenden Entscheidungen über Asylanträge sei von 178.250 im Januar bis Ende August auf 276.617 Stück gestiegen, berichteten die Dortmunder "Ruhr Nachrichten".

Im August habe es 16.769 Asylentscheidungen gegeben und damit so wenig wie seit Jahresbeginn nicht. Seit Jahresbeginn wurden demnach insgesamt 152.777 Entscheidungen über Asylanträge getroffen. Die meisten Antragssteller kamen dem Bericht zufolge aus Syrien. Die Dauer der Asylverfahren habe im Schnitt 5,3 Monate betragen. Der Bund rechnet in diesem Jahr mit insgesamt 800.000 Neuankömmlingen.

BAMF weist Kritik zurück

In der Debatte über die gegenwärtige Flüchtlingskrise wird immer wieder die Notwendigkeit hervorgehoben, Asylanträge schneller zu bearbeiten. Das BAMF will hunderte neue Mitarbeiter einstellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht heute in Berlin eine Außenstelle des BAMF.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums wies Kritik zurück, wonach das BAMF von der großen Zahl der Anträge überfordert sei. Die Zahl der Mitarbeiter, die über Asylanträge entscheiden, sei von 285 auf 550 gestiegen und werde weiter wachsen, sagte der Sprecher. Es sei "ein einmaliger Vorgang, eine Behörde aufzustocken um 50 Prozent in so kurzer Zeit".

Quelle: n-tv.de

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