Politik

Mehr Diebstähle, mehr Einbrüche : Zahl krimineller Jugendlicher sinkt

U-Bahnschläger, minderjährige Drogendealer – in der öffentlichen Wahrnehmung nimmt die Jugendkriminalität stetig zu, wird immer brutaler. Doch eine Studie des Bundesinnenministeriums belegt nun das Gegenteil. Anders sieht es bei den Wohnungseinbrüchen aus: Sie nehmen deutlich zu.

Von einer Trendwende kann laut Innenminister Friedrich keine Rede sein. Der Rückgang beginne auf einem viel zu hohen Niveau.
Von einer Trendwende kann laut Innenminister Friedrich keine Rede sein. Der Rückgang beginne auf einem viel zu hohen Niveau.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl tatverdächtiger Jugendlicher ist kräftig gesunken. Das zeigt die jüngste Kriminalitätsstatistik des Bundesinnenministeriums. 2010 ermittelten Polizei und Justiz noch gegen 231.543 Jugendliche, im vergangenen Jahr 7,3 Prozent weniger. Zudem verübten immer weniger 14-18-Jährige Gewalttaten. Das Innenministerium verzeichnete einen Rückgang von 11,4 Prozent.

Noch bis zum Jahr 2008 stiegen die Zahlen sprunghaft an, danach drehte sich die Entwicklung. Innenminister Hans-Peter Friedrich wollte dennoch nicht von einer "Trendwende" sprechen.

"Obwohl sich bei der Jugendkriminalität die positive Tendenz der letzten Jahre verfestigt, können wir nach wie vor nicht von einer Trendwende sprechen. Der Rückgang setzt an einem viel zu hohen Niveau an. Bemerkenswert ist die sinkende Zahl jugendlicher Straftäter trotzdem, weil sich das Kriminalitätsniveau in Deutschland insgesamt kaum verändert hat. Von 2010 auf 2011 stieg die Zahl der Straftaten gar um einen Prozentpunkt auf knapp sechs Millionen.

Immer mehr Wohnungseinbrüche

Den leichten Anstieg der Straftaten führen die Sicherheitsbehörden vor allem auf einen Anstieg der Diebstahlsdelikte um 4,6 Prozent zurück. Sie machen allein 40,1 Prozent der Gesamtkriminalität aus. Als besonders besorgniserregend bezeichnete Friedrich hier die Mehr Diebstähle in Deutschland Sie stieg um 9,3 Prozent auf 132.595 Fälle. So entstanden im vergangenen Jahr Schäden von rund 600 Millionen Euro. "Auch die psychischen Folgen für die Opfer, in deren Privatsphäre eingedrungen wurde, wiegen schwer", sagte Friedrich. "Daher müssen wir diese Entwicklung kritisch im Auge behalten."

Einen deutliche Zunahme der Straftaten, musste das Innenministerium bei der politisch motivierten Kriminalität verzeichnen. Laut einer gesonderten Studie dazu erreichte die Zahl der Vergehen dieser Art 2011 einen Zahl politischer Straftaten steigt . Zwei Menschen starben, mehr als 2300 wurden verletzt. Der Polizei gelang es insgesamt, etwas mehr als die Hälfte der Kriminalfälle aufzuklären.

Quelle: n-tv.de

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