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Beate Zschäpe und ihre mittlerweile fünf Verteidiger beim NSU-Prozess.
Beate Zschäpe und ihre mittlerweile fünf Verteidiger beim NSU-Prozess.(Foto: dpa)

Heer, Stahl und Sturm bleiben: Zschäpes Antrag auf Entpflichtung scheitert

Beate Zschäpe muss wohl weiterhin mit ihren Pflichtanwälten Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm auskommen. Obwohl sie etliche Gründe für eine Abberufung aufzählt, lehnt das Gericht ihren Antrag ab.

Eigentlich wollte Beate Zschäpe, Hauptangeklagte im NSU-Prozess, ihre Verteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm loswerden. Doch daraus wird nun nichts: Wie Spiegel Online berichtet, wurde ihr Antrag auf Entpflichtung abgelehnt.

Sturm, Stahl und Heer bleiben Zschäpes Pflichtverteidiger.
Sturm, Stahl und Heer bleiben Zschäpes Pflichtverteidiger.(Foto: dpa)

Das Verhältnis zwischen Zschäpe und ihren Pflichtverteidigern galt schon lange als zerrüttet. Im Dezember hatte Zschäpe dem Gericht einen handgeschriebenen Brief zukommen lassen, in dem sie ihren Anwälten vorwirft, sie bewusst geschädigt zu haben. Darin beschreibt Zschäpe unter anderem die Reaktion ihrer drei Anwälte, als sie zum ersten Mal vorschlug, vor Gericht auszusagen und damit ihr jahrelanges Schweigen über die Mord-Serie und ihr Untergrundleben mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zu brechen. Als Antwort darauf will sie gehört haben: "Sind Sie irre, Frau Zschäpe?" Die drei Verteidiger hätten ihr dann auch mitgeteilt, dass sie "für eine solche Verteidigung nicht zur Verfügung stünden". Die Diskussion über ein Ende der Schweigestrategie hätten die Anwälte immer "im Keim erstickt" und von "prozessualem Selbstmord" gesprochen.

Mittlerweile fünf Pflichtverteidiger

Mittlerweile hat Zschäpe mit Mathias Grasel und Hermann Borchert zwei weitere Verteidiger an ihrer Seite. Doch auch das sorgte für Unfrieden. Zschäpe schreibt in ihrem Brief: als Grasel vor dem Oberlandesgericht ihre Aussage verlas, hätten Sturm, Heer und Stahl "abfällige Gesten" gezeigt. Ein weiterer Grund sie abzuberufen.

Doch das Gericht sieht die Vorwürfe Zschäpes für unbegründet und lehnte ihren  Antrag ab. Spiegel Online zitiert aus der Begründung: Es lägen keine nachgewiesenen Umstände vor, aus denen hervorgehe, dass das Vertrauensverhältnis zwischen der Angeklagten und den drei Altverteidigern endgültig und nachhaltig erschüttert sei. Somit sei eine Abberufung der Pflichtverteidiger nicht gerechtfertigt.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios und muss sich für alle Verbrechen der Gruppe vor Gericht verantworten. Im NSU-Prozess ist sie wegen Mittäterschaft an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen angeklagt.

Quelle: n-tv.de

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