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(Foto: picture alliance / dpa)

Umweltamt will Müllmenge verringern: Zwangsabgabe für Tüten gefordert

Soll es generell verboten werden, kostenlos Plastiktüten abzugeben? Umweltschützer sehen darin ein Rezept, der Flut von Plastikmüll Herr zu werden - denn vor allem die Meere leiden zunehmend darunter. Allein auf dem Grund der Nordsee lagern 600.000 Tonnen Plastikmüll.

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Das Umweltbundesamt (UBA) schlägt vor, mit einer Bezahlpflicht für alle in Deutschland verkauften Plastiktüten die Müllmenge zu reduzieren. "Es gibt gerade in Bekleidungsgeschäften, Drogeriemärkten und Kau fhäusern keine Bezahlpflicht, daher empfehlen wir, dass diese Tüten nicht mehr kostenlos abgegeben werden", sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Derzeit berät eine internationale Konferenz in Berlin vor allem über die zunehmende Gefährdung der Meere durch Plastikmüll. "100 bis 140 Millionen Tonnen Müll liegen in den Weltmeeren. Zum Teil sind Müllstrudel aus dem Weltall erkennbar", sagte Flasbarth. Der wohl bekannteste ist der "Great Pacific Garbage Patch" im Nordpazifik, der inzwischen die Größe Mitteleuropas erreicht hat.  "Um das in ein weiteres Bild zu packen: Das ist ein Güterzug vollgepackt mit Meeresmüll von hier zum Mond und halb zurück." Allein auf dem Grund der Nordsee liegen 600.000 Tonnen Plastikmüll. Flasbarth hob hervor, dass dies große Auswirkungen auf die Lebewesen habe. Als Beispiel nannte er, dass Tiere zerriebenen Plastikmüll über die Nahrungskette aufnehmen. Auch, dass sie sich in Müllteilen strangulieren, komme vor.

Ein Großteil des Plastikmülls im Meer kommt vom Land, Hochwasser und Flüsse tragen den schwimmenden Müll dann in die Ozeane. Daneben spielen die Einträge aus der Schifffahrt, der Fischerei und der Offshore-Industrie eine entscheidende Rolle. Auf diesem Weg gelangen Jahr für Jahr mehr als 20.000 Tonnen der tödlichen Fracht in die Nordsee.

Die Grünen forderten schon 2011 auf ihrem Parteitag in Kiel, Plastiktüten in Deutschland und dem Rest der Europäischen Union gänzlich abzuschaffen. Als ersten Schritt hin zu diesem Ziel planen sie eine Zwangsabgabe in Höhe von 22 Cent je Plastiktüte. Das Geld soll, so das Vorhaben, in die Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe fließen.

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Quelle: n-tv.de

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