Politik

Pro Stuttgart 21: Es spricht so viel dafür!

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 bringt viele Vorteile. Eine trennende Schneise verschwindet, ein neues Stadtviertel entsteht. Hinzu kommen mehr Arbeit und Wohlstand. Ein Gastbeitrag von Rudolf Weeber.

Für die Stuttgarter: Die trennende, laute Schneise aus Bahngleisen mitten durch die Stadt verschwindet. Fußgänger und Radfahrer können sie heute nur an wenigen Stellen queren. Die bestehenden Innenstadtteile wachsen zukünftig zusammen, mit einem gemeinsamen, stark vergrößerten Schlossgarten in der Mitte. Ein neuer Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten im Zentrum der Stadt kommt hinzu, es könnte ein ökologischer Modellstadtteil werden. Bei dem großen Wohnungsengpass in Stuttgart spart das weiteres Zubauen am Stadtrand und viel Verkehr. Drei Kilometer Wohnen am Parkrand entsteht mitten in der Stadt.

Rudolf Weeber, Mitbegründer der Initiative "Stuttgart21-ja-bitte".
Rudolf Weeber, Mitbegründer der Initiative "Stuttgart21-ja-bitte".

Für die Stuttgarter und die Nachbargemeinden auf den Fildern, für Flughafen und Messe: 250.000 Einwohner und 100.000 Arbeitsplätze in diesen Gebieten bekommen einen Anschluss an die Fern- und Regionalzüge. Der Flughafen hat etwa zehn Millionen Fluggäste, die Messe etwa eine Million Besucher im Jahr. Das nützt Bewohnern, Berufstätigen, Reisenden, Handel und Wirtschaft und bringt viel Verkehr auf die Schiene.

Lebensqualität und Zeit für Familie, Freunde und Freizeit

Für die Leute in der Region und in Baden-Württemberg: Hunderttausende Pendler profitieren täglich von den kürzeren Fahrzeiten, weniger Umsteigen und deutlich mehr Zügen, die mit der neuen Verkehrsinfrastruktur möglich werden. Das bringt Lebensqualität und Zeit für Familie, Freunde und Freizeit. Viele Klein- und Mittelstädte in Baden-Württemberg werden besser an Stuttgart und an die Fildern mit Flughafen und Messe angeschlossen – schließlich sind die Menschen beruflich und in der Freizeit sehr mobil und haben viele Kontakte im ganzen Land.

Stuttgart 21 und die Neubaustrecke bringen mehr Arbeit und Wohlstand, nicht nur, weil investiert wird: Baden-Württemberg lebt davon, dass es führende Technologie in die ganze Welt verkauft. Dafür ist eine moderne Verkehrsinfrastruktur nötig. Man sollte schon wissen und nicht gering erachten, woher die Brötchen kommen.

Für Deutschland und Europa: Die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm bringt uns schnellere Züge von Stuttgart nach Ulm und München, und wird Teil der attraktiven Bahn-Magistrale Paris – Bratislava. Seit jeher haben die Städte an den großen Verkehrsadern von einer solchen Lage profitiert. Schnelle Zugverbindungen machen so manchen Kurzstreckenflug überflüssig.

Die vermeintliche Alternative K21 ist keine

Stuttgart 21 ist nach langen und gründlichen Untersuchungen und Diskussionen geplant, genehmigt, finanziert und bereits in Bau. Mit großen Mehrheiten haben die Parlamente dafür gestimmt, letzte Woche noch einmal das Parlament der Region Stuttgart mit 80 Prozent Mehrheit. Die vermeintliche Alternative Kopfbahnhof 21 (K21) ist keine. Sie ist in den Parlamenten, im Planfeststellungsverfahren und vor den Gerichten unterlegen. Sie führt den Verkehr mitten durch das dicht besiedelte Neckar- und Filstal.

Die Gemeinden dort haben jetzt schon erbitterten Widerstand angekündigt. Eine Finanzierung ist nicht vorhanden und steht nicht in Aussicht. Flughafen und Messe werden nicht an den Fernverkehr angebunden. Ohne auch nur entfernt die Vorteile von Stuttgart21 zu bekommen, müsste bei K21 auch sehr viel Geld ausgegeben werden, weil die Gleisanlagen marode sind. Mit K21 würden wir uns einen Bärendienst erweisen. Würde man die Arbeiten an Stuttgart 21 jetzt abbrechen, bedeutete dies erst einmal für weit mehr als zehn Jahre Stillstand beim so wichtigen Bahnverkehr in der Region.

Gastautor Rudolf Weeber ist in der Arbeitsgruppe Stuttgart21-ja-bitte aktiv.

Contra Stuttgart 21 - "Es spricht alles dagegen!" Ein Gastbeitrag von Gerhard Pfeifer.

Quelle: n-tv.de