Freitag, 27. August 2010
Freiwillige Öko-Abgabe: Merkel erreicht Klassenziel nicht
Peter Poprawa
Die Bundeskanzlerin will das "Zeitalter der neuen Energien" einläuten, den Industriestandort Deutschland erhalten und die Umweltverträglichkeit sichern. Soweit das Ziel. Der Weg der Bundesregierung führt jedoch in eine andere Richtung.Die AKW-Betreiber sind der große Gewinner, und die Bundeskanzlerin steht da wie ein begossener Pudel. Auf ihrer "Lernreise", wie Eon-Chef Johannes Teyssen despektierlich die Energiereise Angela Merkels durch Deutschland bezeichnete, hat die Kanzlerin offensichtlich wenig dazu gelernt. Wie immer laviert sie sich durch die Krise und versucht, am Ende allen gerecht zu werden: Dem Koalitionspartner, der Atomlobby, dem Finanzminister, dem Umweltminister und der Ökoenergie-Branche. Das kann nicht funktionieren.
Seit Wochen wird gestritten, wie die Einkünfte aus einer Brennelementesteuer und einer Öko-Stromabgabe verteilt werden könnten. Es wird gefeilscht und am Fell des Bären gezerrt, bevor dieser erlegt ist. Wegen des Streits wurde das Thema Laufzeitverlängerung nur noch am Rande behandelt. Dieser Schritt scheint schon längst gemacht, ohne überhaupt die rechtliche Seite geklärt zu haben. Oder sich gar mit den Bundesländern ins Einvernehmen zu setzen. Die Atomlobby bekommt ihre Laufzeitverlängerung. Um wie viel länger ist noch unklar. Die Industrie erhält weiter Subventionen, kann – wenn sie denn möchte – in die Ökostrombranche investieren, um mit staatlichem Segen eine weiße Weste tragen zu dürfen.
Für die empfohlene Laufzeitverlängerung kann sich die Bundesregierung schließlich auf "unabhängige wissenschaftliche Expertisen" stützen. Allerdings weist der Urheber dieser Expertisen, das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität Köln (EWI) selbst daraufhin, dass es von den Energiekonzernen und Akw-Betreibern mitfinanziert wird.
Subventionen seit 1950
Nur dank Staatshilfen gilt die Atomindustrie heute als der günstigste Energieträger. Seit 1950 sind nach Berechnungen des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) mindestens 165 Milliarden Euro an Subventionen in die Atomindustrie geflossen. Auch die Stein- und Braunkohle hat in derselben Zeit von über 430 Milliarden Euro staatlichen Förderungen profitiert. Trotz Haushaltkrise gibt der Staat derzeit jährlich 48 Milliarden Euro für umweltschädliche Subventionen aus. Im krassen Widerspruch dazu werden wichtige Förderungen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz stark beschnitten, das Marktanreizprogramm (MAP) für die Erneuerbaren wird deutlich gekürzt. Auch die Förderprogramme zur energetischen Gebäudesanierung werden in diesem Jahr auf 1,35 Milliarden Euro zurückgefahren. Für das kommende Jahr wird die Förderung sogar auf nur noch 400 Millionen Euro begrenzt.
Welche Selbstverpflichtungen?
Jetzt kommt Merkel also mit der Idee der Selbstverpflichtung um die Ecke. Als ob dies jemals Erfolg haben könnte: Bislang waren alle freiwilligen Selbstverpflichtungserklärungen der deutschen Industrie Schall und Rauch. Weder wurde die Selbstverpflichtung zum Klimaschutz der Wirtschaft erfüllt, noch die Erklärung der Industrie zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, noch die Erklärung der Automobilwirtschaft zur Absenkung des CO2-Ausstoßes von PKW. Und die Atomindustrie zeigt aktuell mit dem Bruch des Atomkonsenses aus dem Jahr 2000, wie sie es mit der Verbindlichkeit von Absprachen hält.
An der Strombörse in Leipzig machen Eon, RWE und Co. die fetten Gewinne – jährlich 5 bis 6 Milliarden Euro. Gleichzeitig wälzen sie ihre milliardenschweren Folgekosten der Erzeugung von Atomstrom auf die Steuerzahler ab. Diese Gewinnmitnahmen gehören abgeschöpft! Oder dürfen Sie etwa entscheiden, ob Sie Steuern zahlen möchten oder nicht?
Atomkraft ist keine Brücke, sondern ein Irrweg, der Deutschland in eine gefährliche energiepolitische Sackgasse führt. Die Laufzeitverlängerung blockiert den nötigen Fortschritt bei Wind und Sonne. All das hat Angela Merkel nicht gelernt auf ihrer "Lernreise". Sie hatte wahrlich schlechte Lehrer. Das Erreichen des Klassenziels ist gefährdet.
Hintergründe zur Nachricht
Kursinformationen
Kommentare
-
Militärparaden, Menschenrechte, Millionenverträge
Wenn Kanzler nach China reisen
-
Überwachung der Linkspartei
Beklagenswerte Verhältnisse
-
Zwischenruf
Auschwitz-Gedenken: Mehr als Erinnerung
-
Zwischenruf
Irak: Krieg ist nicht zu Ende
-
Für eine Direktwahl des Bundespräsidenten
Schluss mit der Kastration!

Das Stück passt, doch was soll das Geschrei? Rente, Hartz, Mindestlohn, Gesundheit, Bildung, Steuern – hat schon irgendwas davon funktioniert? Ihr habt sie doch gewählt, nun müsst ihr auch nicht jammern. Hebt den Arsch aus dem Sessel und ändert was!! Die Pfeiffen könnens doch eh nicht.
Gut erkannt.... Alle wissen es und schauen weg. - Halt typisch Deutsch - und das sagt ein Deutscher der wählen geht.!!! Freue mich schon auf die nächste Wahl. mfg Kuhnt
Wenn die Frau Merkel nicht immer so starken Gegenwind von der Opposition kriegen würde und mehr Freiheiten zum arbeiten und vorallem Rückenhalt aus den eigenen Reihen würde schon viel mehr laufen... aber so -.-
zum Thema typisch deutsch folgendes: vor ein paar Tagen erzählte ich auf einer Geburtstagsfeier, dass unsere Gemeinde, lt. regionaler Presse, künftig die Abwassergebühren nicht mehr nur an Hand des Frischwasserverbrauchs berechnen wolle sondern auch das anfallende Regenwasser über die, von Flugzeugen zu vermessenden, Dachflächen der einzelnen Anwesen in die Gebühren integrieren will. - Kommentar des Gastgebers: dann trinke ich eben ein Bier weniger und dann kann ich auch das noch schultern.
Politische Meinungmache der Kommentatoren ist eine Sache, der offensichtliche Realitätsverlust von Herrn Popwara eine andere. Strom kommt leider nicht einfach aus der Steckdose, auch wenn so mancher diese Tatsache gerne ausblendet. Sonne, Strom und Wasser können den Strombedarf unseres Landes auf Jahre hinaus nicht einmal im Ansatz decken, selbst wenn die Natur durch noch mehr Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen vernichtet wird. Wer die sofortige Abschaltung der Kernkraftwerke fordert und Deutschland zwingt, Atomstrom über Jahrzehnte teuer aus dem Ausland einzukaufen, handelt grob verantwortungslos und verschenkt die Chance hoher Steuereinnahmen von den Energiekonzernen, mit denen die Forschung in neue Energietechnologien finanziert werden kann. Egal wie man dazu steht, Fakt ist: Kernenergie ist - ideologiefrei betrachtet - derzeit unverzichtbar.
wie geil ist das denn mr.burns und merkel,hammer bild
Herr Poprawa hat vollkommen Recht - die geplante Selbstverpflichtung ist ein Witz! Jeder weiß doch: Wer den Sumpf trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen. Was darf man von einer freiwilligen Selbstverpflichtung bei einer Branche erwarten, die sich noch nicht mal an bestehende VERTRÄGE, nämlich den vor Jahren mit der rot-grünen Bundesregierung schriftlich vereinbarten Atomausstieg, halten will. Aber solange es noch genug Menschen wie Herrn Wollny gibt, welche die alten Legenden von der Unverzichtbarkeit der Kernenergie glauben, wird bei den vier großen Konzernen auch weiterhin die Kasse klingeln. Dabei könnte Deutschland schon heute vollständig auf AKW-Strom verzichten! Und zumindest beim vertraglich vereinbarten Atomkonsens, der ja schon einen langsamen Ausstieg über eine Zeitraum von mehreren Jahren vorsieht, dürfte es überhaupt keine Probleme geben. Sonst hätten am Ende noch die Atomkonzerne diese skrupellos in Kauf genommen. Und so eine Charakterlosigkeit will man denen doch wohl unterstellen wollen... ;-
Es ist geradezu lächerlich, mit welch dümmlichen Argumenten in diesen Tagen versucht wird, der Atomenergie etwas gutes sprich: ökologisches abzugewinnen. Wozu brauchen die Erneuerbaren die Atomkrafthilfe? Das sind doch alles vorgeschobene Argumente. In Wirklichkeit geht es doch darum, den Kritikern einer Laufzeitverlängerung ein Bonbon hinzuwerfen und sie ruhig zu stellen. Wenn man Erneuerbare fördern will, kann man das doch auch so tun, z.B. indem man Atomsubventionen kürzt und entsprechende Steuern auf Atomstrom, egal ob Brennelementesteuer oder sonst wie genannt, erhebt und damit zumindest sich den wahren Kosten des Atomstroms annähert. Weg mit den Subventionen für Atomstrom! Der hat ausgedient. Er blockiert den weiteren Ausbau der Erneuerbaren, weil er Grundlaststrom ist und rund um die Uhr abgenommen werden muss. Und das er billig ist, ist eine Mär des letzten Jahrhunderts. Dass er brandgefährlich ist, ist bereits im letzten Jahrhundert bewiesen worden. Dass Erneuerbare den Atomstrom vollständig ersetzen können auch in Deutschland, wissen wir seit vielen Jahren. Wir müssen es nur tun. Aber offensichtlich ist die Macht der großen Vier so groß, dass Vernunft nicht zählt. Und dass Politiker von der Atomindustrie gesponserte Studien brauchen, um Argumente für eine Laufzeitverlängerung zu bekommen kann nur als eine Farce bezeichnet werden. Für wie blöd hält man den Wähler eigentlich?
Hallo Hr. Wollny. Das ist sozusagen großer Quatsch, was Sie da schreiben. Es geht wie immer nur ums Geld und davon haben die führenden Energiekonzerne doch wirklich genug. Es geht eigentlich nur darum die Aktionäre zu befriedigen und ansonsten ist da in der Diskussion eine menge Heuchelei. Welchem normal denkenden Bürger will man diesen ausgemachten geistigen Tiefflug eigentlich noch verkaufen.Geld regiert die Welt und am Beispiel des neuen Kohlekraftwerks in Datteln, man baut halt und läßt sich diesen Schwarzbau dann nachträglich durch die Politik genehmigen bzw. versucht es trotz rechtskräftiger Urteile.Jeder normale Bürger brauch eine Baugenehmigung z.B. für den Bau einer Garage, Eon baut und versucht anschließend durch welche Mittel und Wege auch immer, die Baugenehmigung durch die Hintertür zu erlangen.Ein Hoch auf diesen Staat,seine Rechtssprechung und das tiefe Vertrauen.Ich fühle mich nicht erst seit gestern, sondern schon seit vielen Jahren von diesem Staat vereimert.
Hallo Herr/Frau Hillebrandt. Es ist nicht gerade demokratisch, eine abweichende Meinung als Quatsch zu bezeichnen. bleiben wir doch sachlich. Natürlich geht es nur ums Geld. Glauben Sie, bei den Herstellern det Photovoltaikanlagen usw. ist das anders? Nur haben wir heute in Deutschland funktionstüchtige Kernkraftwerke. Und die schalten wir jetzt alle aus. Und dann? E.On hat bereits genehmigte Pläne für den Bau eines Kernkraftwerks in Finnland. Da kaufen wir dann unseren Strom ein und E.On zahlt kräftig Steuern aus dem Gewinn: in Finnland. Also warum die Sache nicht pragmatisch sehen? Rein ideologische Ansätze bringen uns einfach nicht weiter. Von heute auf morgen schaffen wir keine vollständige Energiegewinnung aus regenerativen Energien, wer das glaubt outet sich als Träumer und hat keine Vorstellung, welche Mengen Strom in Deutschland benötigt werden. Kernkraftwerke sind eine auslaufende Technologie, das ist doch unbestritten! Aber wir können es uns nicht leisten kopflos einfach abzuschalten! Und bitte laßt doch die Bemerkungen zu der Mär der bösen Stromkonzerne. Die wollen einfach Geld verdienen. Ist doch auch schön, wenn sie das im Inland tun, dann bleiben wenigsten ein paar Milliarden Steuern für den Staat. Also den Neidhammel wieder einpacken!
Wer die sofortige Abschaltung der Kernkraftwerke fordert und Wer fordert denn das? Es gibt einen Vertrag, den die fanatischen4 mit unterschrieben/ausgehandelt haben. Bei Einhaltung dessen, ist eine Stromlücke völlig ausgeschlossen. Und da D seit Jahren Stromexporteur ist auf Kosten unserer Steuerzahler, die für Endlager, Renaturierung und co. aufkommen müssen hielte ich durchaus eine Abschaltung der störanfälligsten Meiler schon jetzt für geboten.
Toll ! Nachdem ja nun jeder nach dem Bau der Atomkraft- werke von immer niedrigeren Strompreisen profitiert hat und unsere Meiler ja auch ohne Fehl und Tadel jahrzehntelang gelaufen sind, die Endlagerung praktisch gesichert ist und alle weiteren Endlagerungskosten bekannt sind, gibt es ja auch noch die Freiwilligenarmee, welche bei einem Supergau wie in Rusland bereit ist, bei den Aufräumarbeiten dabei zu sein! Ich möchte die Befürworter hier mal fragen woher sie das alles haben ????
aber Herr Wollny, ihre Aussae ist Quatsch. Demokratisch ist, das sie sie dennoch äussern dürfen. Die Bundesregierung agiert visionslos, ängstlich und absolut im Interesse der Energy-Lobby. Legen Sie mal die kalkulierten Folgekosten auf dem durch Atom erzeugten Strom um. Dann wird dieser unbezahlbar. und blos weil andere Länder einen ebenso idiotischen Kurs fahren, müssen wir nicht zwangsläufig auf dien Zug aufspringen.
Na dann fangen wir doch gleich mal an: Am kommenden Sonntag findet die erste DEMO statt, auf allen Rathausplätzen der Republik - und nächsten Sonntag wieder und wieder - bis die Frau Merkel ihre Meinung ändert - und das tut sie bekanntlich bei entsprechendem Druck immer. Solange der Atommüll nicht sinnvoll entsorgt werden kann, müssen die AKW auf die vereinbarte Laufzeit beschränkt werden.
Hallo Micha, es wäre schön, wenn Sie - und auch alle anderen Kernkraftgegner - sich wenigstens mit der Technik, die Sie kritisieren, einmal beschäftigen würden. Dann würden diese ewigen Super-GAU-Vergleiche mit Tschernobyl endlich einmal aufhören. Visionslos finde ich im übrigen das Verschandeln unserer Landschaft mit tausenden lärmendef Windräder.
Offshore, Gezeitenkraftwerke, Deserttec.. nur um wenige Beispiele/Visionen zu nennen. und AKWs mit dampfenden Kühltürmen finden sie bereichernd in ihrer näheren Umgebung? Na dann haben sie sicherlich auch nichts gegen ein Endlager in iher Nähe in das man auf Jahrtausende hin strahlenden Abfall steckt. naja ein wenig setzte ich mich mit der Materie schon auseinander...
Herr Wollny fordert Sachlichkeit und fabuliert dann über die angebliche Verschandelung der Landschaft durch lärmende Windräder. Super! Das sind doch wieder nur die O-Töne der Atomlobby und Windkraftgegner. Als ob die Kühltürme der AKWs ein schönerer Anblick wären. Und das Vorurteil mit den angeblichen Lärmemissionen der Windräder ist ein alter Hut. Moderne und ordentlich gewartete Windräder machen keinen Lärm - Punkt. Und ich persönlich sehe lieber von meinem Balkon den Windrädern beim Spiel mit dem Wind zu als mir Sorgen machen zu müssen, wie man eigentlich gedenkt, den ganzen schon jetzt entstandenen Atommüll über Generationen hinaus sicher zu lagern.
Ich sehe das so, wir leben in der Bankenrepublik Deutschland. Das Puppentheater veranstaltet alle 4 Jahren die Bundesmarionettenwahl, das Volk darf entscheiden, welche Marionette das Programm spielen darf. Aber das Stück wählen andere aus: Die Reichen, die DAX-Lobby und die Verleger. Das ist ein mieses Spiel, das uns da als echt vorgespielt wird.
Nur zwei Hinweise zur Sache: 1. Solange man Strom industriell nicht speichern kann, sind Wind- und Solarstrom vollkommen wertlos und ein törichter und kostspieliger Irrweg. Nicht mal am Reißbrett sind wirtschaftliche und realisierbare Speicher in Sicht. Die Milliarden für diese Art der Stromerzeugung sind eine gigantische Fehlsteuerung von Ressourcen. Es ist ja die Eigenart von Strom, dass in derselben Minute Angebot und Nachfrage in einem Gleichgewicht sein müssen. Das können Solar- noch Windstrom leisten. Nur Uniformierte können daher behaupten, dass diesen Kraftwerken die Zukunft gehört. 2. Die Hetze gegen die Energieversorgungsunternehmen ist ein durchsichtiges Spiel der Politik nach dem Motto: Haltet den Dieb!. Die Politik ist es doch, die durch die allen marktwirtschaftlichen Prinzipien widersprechende Quersubventionierung von Wind- und Solarstrom für den ständigen Anstieg der Strompreise die Verantwortung trägt, nicht die Versorger. Die geben den gesetzlich vorgeschriebenen Wahnsinn nur an die Kunden weiter. Und was ist aus Verbrauchersicht schlimm daran, wenn die Versorger kostengünstigen Strom aus Kernkraftweken erzeugen können? Es gibt auf dem Strommarkt Wettbewerb. Niedrige Stromerzeugungskosten werden sich daher dämpfend auf den Strompreis auswirken. Nicht die Versorger, sondern in erster Linie wir Verbraucher werden von eine Laufzeitverlängerung profitieren.
@ Reiner Vogels Kann mich Ihrer Meinung nur anschließen! Es ist noch anzumerken, dass die geplante Brennelementesteuer auch von uns allen Bezahlt werden wird und nicht von den Energiekonzernen! Das die 2,3 Mrd.€ dann zur Konsolidierung des Staatshaushaltes verwendet werden und damit in einem Loch ohne Boden verschwinden scheint wieder niemanden zu interessieren. Auf normalem Wege sind die Staatsschulen leider nicht mehr zurückzuführen. Aber wir treiben lieber die Sau mit der Aufschrift „Böse Energieversorger“ durchs Dorf anstatt selbständig zu denken und zu handeln.
Da die Bayern unbedingt eine längere Laufzeit für die AKW wollen ,dann bitte auch ein Endlager für den Atom-Müll in Bayern und nicht in NRW .Also bitte sofort mit den Probebohrungen um München anfangen
@Reiner Vogels Die Leistung eines Offshoreparks ist weit konstanter als am böigem Land. Zudem haben Windenergieanlangen einen sehr weiten Regelbereich. Ebenfalls sind Solaranlangenin sonnigen Gebieten Spanien, Nord Afrika etc. recht konstant zu betreiben. Biogaskraftwerke können ebenfalls einen Anteil zum Ausgleichen von Schwankungen leisten wie sie dies heute schon tun. Auch der Strom eines AKW muss verbraucht werden. Bevor Sie Anfangen über Subventionen zu diskutieren, bitte informieren Sie sich mit wieviel Geld Atomstrom/Kohlestrom subventioniert wurde und immer noch subventioniert wird. Eine Laufzeitverlängerung VERHINDERT Wettbewerb durch spottbilligen Atomstrom dessen Folgen die Gemeinschaft zu tragen hat. Wenn sich die AKW Betreiber hinstellen und meinen mit einer Brennelementesteuer seien diese nicht mehr profitabel zu betreiben sagt das eigendlich alles aus. Uran wächst auf Bäumen oder die Abbaugebiete sind weit weg das es nicht interessiert was dort passiert?
Atomkraft ist keine Brücke, sondern ein Irrweg, der Deutschland in eine gefährliche energiepolitische Sackgasse führt. Offenbar nur in Deutschland, denn im Rest der Welt wird atoimkraft mit dem Argument des Klimaschutzes heftigst ausgebaut. Und auch nur, weil die Sackgasse selbstgemacht ist. 100 Stro aus EEN in 2050 ist eine Sackgassen-Phantasie. Interessant, dass die CDU diese forciert. Sie ist dafür mit Sicherheit nicht gewählt. Und für mich ist sie gestorben, denn ich kann da gleich Grün wählen. Komsich, dass man immer von der Atomlobby spricht. Die EEN-Lobby ist öffentlich viel präsenter und aggressiver, da stört sich keiner. Schlechte Lobby, gute Lobby - gute Nacht Deutschland.
Die Gefahr, dass in den zusätzlichen 15 Jahren einer der alten Meiler in die Luft geht und weite Teile von Deutschland und Europa verseucht, ist real. Wer den Atomausstieg stoppt, riskiert Leben und Existenz von Millionen Menschen. Die regelmäßigen - zum Glück bisher kleinen - Störfälle zeigen: Diese Technik ist, wie jede andere Technik auch, vor Versagen nicht gefeit. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist Atomenergie untragbar. Das Geschwätz vom billigen Atomstrom lebt davon, dass die Folgekosten wissentlich unter den Tisch gekehrt werden. Die Stromkonzerne produzieren gewaltige Mengen hochgefährlichen Atommülls, der auf ewige Zeiten unter Hochsicherheitsbedingungen gelagert und bewacht werden muss. In Wirklichkeit ist Atomstrom also extrem teuer, denn die Kosten für die sichere Lagerung über Jahrtausende müssen zum heute verkauften Atomstrom hinzugerechnet werden. Verursacherprinzip
Als ehemaliger CSU-Wähler der nunmehr in der Schweiz wohnt und nun sein Heil in einer grün-schwarzen Zukunft sieht, bin ich gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von AKWs. Als im April 1986 Tschernobyl sein Entstehen feierte war ich fast 15 Jahre alt und wir haben hier jede Menge Strahlung abbekommen. Meine Schwester starb 2000 an Bauchspeicheldrüsenkrebs und die Ärzte fragten sie zu Lebzeiten, ob sie gerne Pilze in der Natur gesammelt und gegessen hatte. 1 1=2. Mir verschafft der Anblick eines AKWs damit meine ich v.a. die Kuppel einen Heidenrespekt. Ob Isar in Wörth, in Valence in Frankreich oder in der Schweiz. Was ist mit den Studien über die stark erhöhte Leukämiehäufigkeit bei Kindern, die in der Nähe von AKWs leben?? Alles blabla? Die Strahlung von Tschernobyl hat eine Halbwertszeit von ca. 23.000 Jahren; schluss mit Lobbyiesmus! Wenn ir konsequent mit allen Ressourcen auf regenerative Engergien umstiegen, dann müssen wir die AKWs auch ersetzen können!!
Absolut unverständlich, dass immer wieder das Märchen von den niedrigen Atomstromerzeugungskosten verbreitet wird. Nie sind dabei die über 160 Milliarden Subventionen einberechnet und schon gar nicht die gewaltigen Kosten für die noch immer ungeklärte Endlagerung.
@Reiner Vogels Noch ein Nachtrag bezüglich Solar und Regelenergie: Thermische Solarkraftwerke CSP der neueren Bauart wie Andasol 2 können dank gut isolierter Salzschmelze- Speicher praktisch rund um die Uhr Strom erzeugen; also Regelenergie bereitstellen. Ich denke mal, bis auf weiteres werden thermische Energiespeicher sowieso den ökonomischen Vorrang vor Li- Ion etc. haben. Man sollte Solarenergie nicht nur auf Fotovoltaik reduzieren!
Nur eine kurze Antwort: Dass Windräder auf hoher See einen höheren Verfügungsgrad erreichen als solche an Land, ist eine Binsenwahrheit. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch auf hoher See der Strom nicht 24 Stunden am Tag sicher und gleichmäßig weht. Außerdem ist zu bedenken, dass die Leistungsausbeute bei Windrädern mit der dritten Potenz der Windstärke schwankt. Das heißt z.B.: Wenn der Wind halb so stark weht wie es der maximalen Leistung des Windrads entspricht, leistet das Windrad nur ein Achtel davon. Zu den thermischen Solarkraftwerken in der Sahara: Einmal geht bei den heutigen Hochspannungsleitungsquerschnitten auvch bei Gleichstrom auf dem Weg von Afrika bis zu uns zwischen 40 und 50 des Stroms durch ohmschen Widerstand verloren. Weiter: Auch in der Sahara gibt es bedeckte Tage und Sandstürme, die die Reflektoren der Kollektoren zerstören. Außerdem halten die Salzspeicher die Wärme nur ein paar Tage vor. Wenn bei uns also im Winter die Sonne kaum Leistung abgibt und wir wie im letzten Winter eine stabile Hochdruckwetterlage mit kaum Wind haben, müssten die Speicher in der Sahara die Energie für mehrere Wochen unseres Winterverbrauchs speichern. Das aber geht nicht. Das ganze Projekt ist eine riesige Geldverschwendung, ein Abschreibungsobjekt und PR-Gag, mehr nicht. Zuletzt zum Biogaskraftwerk: Die Erzeugung von Mais, Zuckerrohr, Raps etc. zur Vergasung in Biogasreaktoren tritt in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion um die knappen Ackerflächen dieser Erde. Angesichts von Hunderten von Millionen Menschen, die auf der Erde hungern, ist das ein Verbrechen.
Warum wurde die Energiewirtschaft in Deutschland je privatisiert ? EINE STAATLICHE Energiewirtschaft hätte - unbeeinflusst von privatwirtschaftlichen Interessen - zielführender planen können und die erzielten Gewinne wären vollständig in die Staatskasse geflossen. Warum also ? Man sehe sich das Führungspersonal und die Berater der Energieriesen an : Vielfach Politiker der CDU und SPD. An der Privatisierung der Energiewirtschaft konnten einige Leute in der Politik und Wirtschaft zu viel verdienen, darum haben wir heute die Probleme.
Frau Merkel hat noch ganz andere Dinge versprochen und nichts gehalten sondern in vielen genau das Gegenteil davon. Die Mittelschicht und die Armen bluten weiter dafür. Das alle so ruhig sind ist mir echt ein Rätsel.Im Ausland lacht man schon über die Deutschen,was wir uns alles gefallen lassen.
Eigentlich muss man sich da doch ernsthaft fragen, ob Frau Merkel sich damit nicht schon einen Vorstandsposten in einem der großen Energiekonzerne gesichert hat. Man muss ja schließlich auch an die Zeit nach der politischen Kariere denken. Oder wie sollte man sich eine solche Fehlentscheidung sonst erklären?
Eigentlich wurde zum Thema bereits Alles gesagt. Folgende Aspekte seinen hinzugefügt: Atomstrom macht in der BRD ca. 10 aus. Die Erneuerbaren erreichen in den nächsten Jahren über 10. Darüber hinaus ermöglicht die Diversifizierung alternativer Ernergiequellen eine breit gestreute Versorgungssicherheit, die bei Störfällen uns sicher nicht die Haare ausfallen und das Blut kochen lassen wird. Atombefürworter übersehen leicht die ungleiche Qualität der Folgen eines Betriebs und Unfalls in Atomanlagen. Selbst ein kollabiertes Kohlekraftwerk ist dagegen ein technisches Schauspiel. Atomstrahlung sieht man eben nicht. Leckstrahlungen der Anlagen sind wenig erforscht. Lediglich Anzeichen dazu im Umfeld der Kernkraft weisen auf Strahlungsabgaben hin. Was man nicht sehen, direkt fühlen und schmecken kann scheint für den Menschen nicht existent. Ist Gott existent? Doch wohlnur, weil viele Menschen an ihn glauben. Die Atomkraftdebatte sollte sich bitte, bitte prioritär mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen befassen und ihnen in den Entscheidungen unbedingt den Vorrang geben. Was nützen uns Debatten über atomgestützte positive wirtschaftliche Entwicklungen und damit verbundenen vermeindlichen Wohlstand, wenn wir und unsere Kinder mit Beschädigungen an Gesundheit und Gesellschaft leben müssten. Schließlich geht es um die Umsetzung vorliegender intelligente Konzepte hinsichtlich Erzeugung und Einsatz regenerativer Energien im Sinne eines gesellschaftlichen Konsenses. Die Politik ist in der Pflicht, diese Umsteuerung so zu organisieren und zu kommunizieren, so dass allgemein Akzeptanz entstehen kann. Die Politik hat in den letzten Jahrzehnten an vielen Fronten massiv Fehler gemacht, was sich nun in der Atomdebatte besonders manifestiert. Die Chansen, diese Technologien sofort verstärkt, vorrangig einzusetzen und weiter zu entwickeln, brächte uns doch nur Vorteile: Technisches Know-how, Exportzuwächse, eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze, eine harmonisierte Gesellschaft mit erstarktem Vertauen in unsere Politiker, Versorgunssicherheit, günstige Energie-Preisgestaltung etc. Einen Gedanken zum Schluss: Die Auflösung der zentralen, durch Monopole beherrschte Energieversorgung zugunsten einer dezentralen, womöglich durch Privathaushalte generierte, muss gesellschaftspolitisch bei Politikern und den Monopolverorgern auf Misstrauen stoßen. Denn es entstünde ein System informeller Selbstversorgung mit Machtpotential, das kapitalistischer Wirtschaftsprinzipien entgegensteht. PS: In Berlin arbeiten ca. 6000 Lobbyisten, die mit der Pflege der Politik beauftragt sind und nicht immer gesellschaftsrelevante Ziele und Interessen verfolgen bzw. vertreten.
@T.Stoiber Atomkraftwerke in Deutschland funktionieren anders als das, welches damals in Tschenobyl explodiert ist. Die Reaktoren sind wassermoderiert und nicht graphitmoderiert. Wenn die Kettenreaktion nicht mehr kontrollierbar ist, verdampft das Wasser und es passiert... nichts. Graphit verdampft leider nicht, deshalb konnte es in Tschernobyl zum GAU kommen. Ein solcher Unfall ist in deutschen Kraftwerken unmöglich. Wenn ich lese, dass 25 unseres Stroms aus Braunkohlekraftwerken kommt, dann wird mir ehrlich gesagt schlecht. Gegen den Schaden, den wir mit Kohle und Öl anrichten, ist Atomkraft gar nichts. Wer was für die Umwelt tun will, sollte lieber mal da ansetzen. Atomkraft wurde mit zig Milliarden subventioniert, um die Reaktoren zu entwickeln und zu bauen. Wenn wir die Reaktoren jetzt abschalten, werfen wir diese Milliarden aus dem Fenster. Dann schon lieber die Hälfte davon einstreichen und in das Solar-/Wind-Fass-ohne-Boden stecken!