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Die "AIDAprima" wird wöchentlich in Hamburg anlegen.
Die "AIDAprima" wird wöchentlich in Hamburg anlegen.(Foto: Sonja Gurris)

Luxus und Masse, geht das?: "AIDAprima" - das Nordsee-Allwetterschiff

Von Sonja Gurris

Die Hamburger konnten sie schon sehen: Die "AIDAprima" ist da und startet mit den ersten Gästen Richtung Nordsee. Ausgestattet mit Indoor-Beach-Club und Wellnessoasen hat die Reederei nun ein Schiff, das eine Allwetterbespaßung bieten soll. Ob's klappt?

Sie ist das elfte Schiff der Flotte und soll wöchentlich in Hamburg anlegen. Die "AIDAprima" ist mit 300 Metern Länge imposant. Wer das Schiff betritt, muss sich erst einmal orientieren - das fällt bei 18 Decks relativ schwer. Schon von außen fällt die große Überdachung auf - darunter verbirgt sich ein Beach Club, er soll auch bei Regen Urlaubsfeeling vermitteln.

Im Beach Club können die Gäste überdacht baden. Wenn das Schiff voll besetzt ist, könnte es aber eng werden.
Im Beach Club können die Gäste überdacht baden. Wenn das Schiff voll besetzt ist, könnte es aber eng werden.(Foto: Sonja Gurris)

Dieser Indoorbereich ist wichtig, weil das neue Schiff künftig eine einwöchige Nordsee-Route fahren wird - und das sogar ganzjährig. Auf gutes Wetter kann die Reederei dann nicht immer bauen. Die Stationen ab Hamburg werden London/Southampton, Paris/Le Havre, Brüssel/Zebrügge und Rotterdam sein. Gesteuert wird das neue Schiff vom Rostocker Kapitän Detlef Harms; er hat schon 2011 und 2012 Kreuzfahrtschiffe der Reederei in Dienst gestellt.

Mit dem neuen Schiff will AIDA sein Angebot erhöhen und mehr Zielgruppen erschließen. Auffällig ist vor allem der verstärke Ausbau des Luxussegmentes: 32 Suiten stehen gutbetuchten Gästen zur Verfügung, teilweise mit großzügigen Terrassen und Meerblick. Doch solche Suiten kosten pro Person und Woche auch einige Tausend Euro.

Augenmerk auf das Luxussegment

Concierge Pierre Ruhstein.
Concierge Pierre Ruhstein.(Foto: Sonja Gurris)

Die Suite- und Panorama-Kabinen Bewohner können am Bug sogar ein eigenes Deck nutzen: das Patio-Deck mit Infinity-Pool und vielen Annehmlichkeiten. Der große Wellnessbereich ist kostenpflichtig, ab 29 Euro pro Tag geht es los. Ganz neu ist der Concierge Service. Pierre Ruhstein ist 21 Jahre jung und der erste Concierge bei AIDA Cruises. Monatelang hat er sich auf die Anlegehäfen vorbereitet - er gibt den Suitebewohnern bald Tipps und macht viele Wünsche möglich. Zuvor habe er in Bayern in einem Luxushotel gearbeitet, verrät er n-tv.de. Er baut sich ein Netzwerk und Insiderwissen auf, um Gästen besondere Erlebnisse zu ermöglichen - ebenso wie ein Concierge an Land, "nur muss ich gleich mehrere Städte kennen".

Ein paar Decks unter den Luxuskabinen tummeln sich dann die anderen Gäste, die in Balkon- oder Innenkabinen untergebracht sind. Auf der "AIDAprima" gibt es vom Gourmetrestaurant und Champagner-Bar bis zur Currywurstbude für jeden Urlauber-Typen eine Anlaufstelle. Ein Spagat, den die Reederei bewusst in Kauf nimmt. "Wir haben auch früher schon Suiten gehabt. Wir sind ein Mehrgenerationenschiff, bei uns muss man keine Kompromisse eingehen", so AIDA-Chef Felix Eichhorn gegenüber n-tv.de.

Das Patio-Deck ist exklusiv für die Gäste der Luxussuiten und Panoramakabinen.
Das Patio-Deck ist exklusiv für die Gäste der Luxussuiten und Panoramakabinen.(Foto: Sonja Gurris)

Sowieso soll alles etwas größer sein - und damit geht die Reederei einen Weg, der auch auf dem internationalen Kreuzfahrtmarkt angesagt ist: Megaschiffe bauen. 14 verschiedene Kabinenvarianten, 12 Restaurants, 3 Snack-Bars, 14 Cafés und Bars sowie ein Kochstudio gibt es. Etwa 900 Crewmitglieder sollen bis zu 3300 Gäste versorgen.

Neue Umwelttechnik soll Emission senken

Ein Thema, das besonders Kreuzfahrt-Kritiker immer wieder umtreibt, ist die Umweltbelastung. Auf der "AIDAprima" wird erstmals der Dual-Fuel-Motor zur Nutzung von emissionsarmem Flüssiggas während der Liegezeit im Hafen, kurz LNG, eingesetzt. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent, der Ausstoß von Kohlendioxid um weitere 20 Prozent. Im Vergleich zur "AIDAstella" wird rund 20 Prozent weniger Antriebsenergie pro Person verbraucht. Genau wie alle Reedereien wird immer weiter an Konzepten getüftelt, die Kreuzfahrt umweltschonender zu gestalten.

2011 hatte das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen nach einer weltweiten Ausschreibung Mitsubishi Heavy Industries Ltd. mit dem Bau von zwei Schiffen der nächsten Generation beauftragt. Wie teuer der Bau des neuen Schiffes war, ist nicht bekannt. Wie die Mittelmeer-erprobten AIDA-Gäste das neue Flaggschiff annehmen werden, können erst die nächsten Monate zeigen. Und dann wird die Reederei sehen, ob das "Allwetterschiff" auch echte Allwetterurlauber anzieht oder ob sie doch lieber die Sonnengarantie-Routen wählen. Sie müssen innovativ sein, um sich gegen die Konkurrenz von TUI Cruises, MSC und Royal Caribbean Cruises zu behaupten.

*Dieser Text ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

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Quelle: n-tv.de

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