Donnerstag, 22. Juli 2010
Kühle Stadt mit heißesten Freibädern: Frischer Sommer in Reykjavik
Sommer ist nicht in jeder Stadt gleich. Was ist dieses Jahr in Reykjavik angesagt? Was bietet die isländische Hauptstadt dem Besucher? Zum Beispiel: Lena.Sommerhit
Die Isländer haben immer noch nicht genug von Lena. "Satellite" dudelt auch zwei Monate nach dem Sieg beim Osloer Eurovision Song Contest immer noch aus allen Radios und steht auf Platz eins der Hitliste. Eigentlich überraschend, denn die Wikinger-Nachfahren hatten Lena bei der Zuschauer-Abstimmung nur schlappe 3 Punkte gegeben. Sommer-Konkurrenz kommt jetzt von der heimischen Band Dikta mit "Thank You" - freundlicher Sommerrock.
Accessoires des Sommers
"Made in Iceland" und Recycling sind in diesem Sommer "in". Seit dem Banken-Kollaps vor knapp zwei Jahren stehen die teuren Modeläden mit ausländischen Designer-Klamotten am Laugavegur, Reykjaviks Einkaufsmeile, meist leer. Dafür verkaufen sich heimische Erzeugnisse viel besser: Neu verarbeitete Second-Hand-Kleidung zum Beispiel, wie sie Bara Hólmgeirsdóttir in ihrem Laden "Aftur" anbietet. Auch die bekanntesten isländischen Musikstars wie Björk, Sigur Rós, Jónsi und Emiliana Torrini kleiden sich hier ein.
Rechtzeitig zum Sommer hat außerdem der Vulkan Eyjafjallajökull aufgehört, hässliche Asche in Richtung Reykjavik zu schicken. Zwar scheint die Sonne über Islands Hauptstadt nicht immer, doch bleibt es im Sommer fast die ganze Nacht hell - "Accessoire" deshalb: gute Stimmung. Die Laune ist tausendmal besser als im dunklen Winter.
Hotspot der Stadt
Über 20 Grad klettert das Thermometer mitten im Nordatlantik selten. Trotzdem können die Reykjaviker mit einmaligen Hotspots zum Aufwärmen prahlen.
Die Badelandschaft "Blaue Lagune" unweit der Hauptstadt Reykjavik. Inmitten einer kargen Lava-Landschaft zischen dort Dampffontänen in den Himmel.
(Foto: dpa)
Weil unter der Erde Millionen Tonnen Thermalwasser brodeln, strömen die Reykjaviker morgens, mittags und abends in ihre Freibäder mit traumhaft warmem Wasser. Erst zieht man ein paar 50-Meter-Bahnen im Laugadalur-Bad bei gut 25 Grad im Wasser. Dann plaudert man über den verregneten Sommer in einem der zahllosen Whirlpools mit Wassertemperaturen zwischen 36 und 42 Grad.
Und sonst?
Am ersten August-Wochenende werden die sonst rappelvollen Clubs ausnahmsweise Platz bieten. Dann sind 10.000 junge Leute aus der Hauptstadt mal eben 100 Kilometer Richtung Osten auf die Vestmannaeyjar ("Westmänner-Inseln") verschwunden und haben ihre Zelte aufgeschlagen. Sie feiern bei einem absolut wilden Musikfestival mit einem absolut schweren Namen: "Thjódhátíd". Dass im hohen Norden auch Anfang August Steppjacke und lange Unterhose als Festival-Outfit unentbehrlich sein können, stört nicht weiter.
dpa
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