Reise
Nach den Terroranschläge in Urlaubsgebieten konzentriert sich die Tourismus-Branche auf positive Nachrichten.
Nach den Terroranschläge in Urlaubsgebieten konzentriert sich die Tourismus-Branche auf positive Nachrichten.(Foto: imago/STPP)

Urlaubsfeeling soll wiederkommen: Reisebranche ist hoffnungsvoll

Es läuft nicht rund in der deutschen Reiseindustrie. Das liegt an der großen Verunsicherung unter den potenziellen Urlaubern nach Terroranschlägen im Ausland. Die Branche hofft, dass am Ende die Reiselust überwiegt.

Für die deutsche Reisebranche hat das Jahr schwierig begonnen, am Ende könnte aber wieder Wachstum stehen. Vor der Eröffnung der 50. Internationalen Tourismus-Börse (ITB) am heutigen Mittwoch in Berlin zeigt sich bei den Buchungen für den Sommer eine deutliche Verlagerung vom östlichen Mittelmeer zu Zielen in Westeuropa. Als Folge von Terroranschlägen seien in den deutschen Reisebüros die Buchungen für Ziele in der Türkei, Ägypten und Tunesien um 40 Prozent oder sogar mehr eingebrochen, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, am Dienstag. Davon profitierten die Karibik und in Europa vor allem Portugal, Spanien, Italien und Deutschland selbst.    

Video

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Frenzel, rechnet damit, dass es trotz allem für die Reiseunternehmen in diesem Jahr wieder ein Umsatzplus herauskommt. Die bis Januar sehr zurückhaltenden Buchungen hätten im Februar wieder zugelegt. Er sei "verhalten optimistisch": "Die Menschen sitzen nicht alle auf gepackten Koffern, aber ich bin sicher, dass sie sie noch packen werden", sagte Frenzel. Fiebig wies auf günstigen Voraussetzungen hin: Die Konsumlaune sei hoch, die Beschäftigung stabil und die Inflation gering.        

Zum Saisonauftakt gab es Unsicherheiten

Video

Es gelte jetzt, "vor allem Familien, die ihre Entscheidung bislang hinausgezögert haben, zu begeistern". Bislang seien Kuba mit einem Buchungsplus von 46 Prozent und Portugal (plus 20 Prozent) die Renner. Für Reisen innerhalb Deutschlands hätten die Reiseveranstalter ein Buchungsanstieg von 15 Prozent gemeldet. Insgesamt habe das Niveau der Buchungen Ende Februar zwar noch unter dem Stand vor einem Jahr gelegen, aber bereits über der Zahl, die 2014 zum gleichen Zeitpunkt erreicht worden sei. "Die Deutschen sparen nicht am Urlaub", sagte Fiebig. Messe-Geschäftsführer Christian Göke äußerte dennoch die Ansicht, die Branche benötige zum Saisonauftakt einen kräftigen Schub angesichts von Terroranschlägen in beliebten Reisegebieten und einer spürbaren Verunsicherung beim Verbraucher.          

Der ITB-Kongress beschäftigt sich auch mit der Flüchtlingskrise in Europa. Wir werden uns auch vor unangenehmen Themen nicht wegducken", sagte Göke. Die Tourismusbranche in Deutschland könne dank ihrer Wirtschaftskraft und vielfältiger Arbeitsplätze zur Integration der Flüchtlinge beitragen. Über 30 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe hätten schon heute ausländische Wurzeln. "Die Branche ist international, und deshalb gibt es hier große Chancen", sagte BTW-Präsident Frenzel.

Weltgrößte Reisemesse

Die ITB ist die weltgrößte Reisemesse: Rund 10.000 Aussteller aus 187 Ländern und Regionen kommen in diesem Jahr nach Berlin. Schwerpunktthema des begleitenden Kongresses ist der Wandel der Branche im Zeichen der Digitalisierung. In China gründet die ITB im Mai 2017 einen Ableger, der dann jährlich in Shanghai ausgerichtet werde, berichtete Göke. Man wolle so dem rasant wachsenden Reisemarkt Chinas eine eigene Plattform bieten. Seit 2008 gibt es bereits eine ITB Asia in Singapur.       

Offizielles Partnerland der ITB sind in diesem Jahr die Malediven. Der Tourismusminister des Inselstaats, Moosa Zameer, wies Befürchtungen zurück, Reisen in sein Land könnten wegen eine Gruppe gewaltbereiter Islamisten unsicher sein. Das gelte auch für die Hauptinsel Malé, die relativ selten von Touristen besucht wird. Kritiker in Deutschland hatten zudem Menschenrechtsverletzungen und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit in dem Land angeprangert.          

Bilderserie

Quelle: n-tv.de