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Besucher neben einem originalen Mauersegment vor der Villa Schöningen in der Nähe der Glienicker Brücke in Potsdam.
Besucher neben einem originalen Mauersegment vor der Villa Schöningen in der Nähe der Glienicker Brücke in Potsdam.(Foto: dapd)

Auch das ist Europäisches Kulturerbe: Siegel für Orte deutscher Teilung

Einige herausragende Orte der deutschen Teilung sind neuerdings besonders gekennzeichnet. Zwölf von ihnen tragen das begehrte Kulturerbe-Siegel der Europäischen Union - und müssen damit besonders besucherfreundlich und informativ sein.

Zwölf markante Orte der deutsch-deutschen Teilung sind am Donnerstag in Potsdam mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden. Zu dem Netzwerk "Eiserner Vorhang" gehören etwa die Gedenkstätte Berliner Mauer, der frühere Grenzübergang Marienborn oder auch das bayerische Museum Mödlareuth.

Gedenkplatte des Europäischen Kulturerbe-Siegels.
Gedenkplatte des Europäischen Kulturerbe-Siegels.(Foto: dapd)

Als erste Stätte erhielt das EU-Kulturerbe-Siegel die Potsdamer Villa Schöningen, wo eine Dauerausstellung die Zeit des Kalten Krieges dokumentiert. Die Mauer habe für Diktatur und Unfreiheit gestanden, sagte die Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, bei der Übergabe. Es gelte die Erinnerung daran wachzuhalten.

Gedenkstätten des "Eisernen Vorhangs"

Die in sieben Bundesländern beheimateten Gedenkstätten des "Eisernen Vorhangs" gehören in Deutschland zu den ersten Projekten, die mit dem Siegel geehrt werden. Laut Pieper sind heute 17 europäische Staaten an der Vergabe der Plakette beteiligt, die symbolisch einen Torbogen mit gelbem Stern darstellt. Voraussetzung ist, dass die Empfänger "grenzüberschreitenden oder gesamteuropäischen Charakter" haben.

In Deutschland erhalten die Plakette noch das frühere Berliner Notaufnahmelager Marienfelde, der ehemalige US-amerikanische Beobachtungsposten Point Alpha im hessischen Geisa, Thüringens Grenzlandmuseum Eichsfeld sowie in Leipzig das Museum in der "Runden Ecke", die Nikolaikirche und der Innenstadtring, wo 1989 tausende Menschen mit ihren Demonstrationen zum Fall der Mauer beitrugen. Dazu kommen in Brandenburgs Landeshauptstadt Schloss Cecilienhof als Ort der Potsdamer Konferenz für die Siegermächte 1945 und die während der Teilung gesperrte Glienicker Brücke.

Grenzschild auf einem Stück Metallzaun, das an der Glienicker Brücke angebracht war, in der Villa Schöningen.
Grenzschild auf einem Stück Metallzaun, das an der Glienicker Brücke angebracht war, in der Villa Schöningen.(Foto: dpa)

Federführend bei der Auswahl war die Stiftung Berliner Mauer. Sie habe nicht nur den historischen Rang der Stätten, sondern auch Wert auf Mehrsprachigkeit, Besucherfreundlichkeit und Vernetzung gelegt, erläuterte Stiftungsdirektor Axel Klausmeier.

Stellvertretend für die übrigen Grenzorte wurde an der Villa Schöningen das Kulturerbe-Siegel enthüllt. Sie habe sich zu einem "internationalen Ort der Freiheit" entwickelt, sagte ihr Miteigentümer, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner. Er hatte sich stark für die Sanierung des einst verfallenen Gebäudes und dessen neue Bestimmung engagiert.

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Quelle: n-tv.de

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