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Plastikpfeiler statt Holzpfahl?: Venedig will sparen

Blick über den Canal Grande mit rot-weiß markierten Anlegestellen für die traditionellen Gondeln.
Blick über den Canal Grande mit rot-weiß markierten Anlegestellen für die traditionellen Gondeln.(Foto: dpa)

In Venedig ist eine heftige Diskussion um den Plan der Stadtverwaltung entbrannt, fast 100.000 Holzpfähle durch Pfeiler aus recyceltem Plastik zu ersetzen. Die 96.170 Anlegerpfähle und Pfahlbauten zur Abgrenzung der Fahrrinnen in der Lagunenstadt werden seit dem 15. Jahrhundert aus Robinienholz gefertigt. Die Stadtväter argumentierten mit den horrenden Wartungskosten, berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa". So müssten jährlich etwa 150 der Pfähle wegen Abnutzung ausgetauscht werden. Die Kosten beliefen sich auf 400.000 Euro pro Jahr.

Venedig würde eines seiner typischsten Symbole verlieren, es sei eine "Verschandelung", protestierten Gegner des Vorhabens. Für weiteren Ärger sorgte der Verdacht, dass die Stadtverwaltung mit ihrem Projekt eine bestimmte Firma bevorzuge. Die Stadtverwaltung und der Plastikpfahlbauer beharren auf dem Austausch-Plan. Die neuen Pfähle würden "Bäume retten, Geld sparen und die Umwelt schützen".

Venedig besteht aus 150 Inseln, die durch 400 Brücken verbunden sind. 175 Kanäle ziehen sich durch die Stadt. 1987 wurde Venedig in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

Wichtigstes Verkehrsmittel waren jahrhundertelang die Gondeln. Heute haben Wassertaxis und -busse den Transportjob übernommen, während die 425 Gondolieri vor allem an den Touristen verdienen.

Quelle: n-tv.de