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Wer auf lokale Hotels und Gastronomie setzt, unterstützt die lokale Wirtschaft - das hilft auch der Region.
Wer auf lokale Hotels und Gastronomie setzt, unterstützt die lokale Wirtschaft - das hilft auch der Region.(Foto: imago/allOver)
Mittwoch, 07. Juni 2017

Keine Massen, mehr lokale Hilfe: Wie funktioniert sanfter Tourismus?

Urlauber müssen mit ihrer Reise nicht zwangsläufig Umwelt und Einwohner belasten. Schon während der Buchung können sie Ferien mit "sanftem Tourismus" planen. Umweltbewusste Menschen hinterfragen, was notwendig ist. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Viele Menschen leben einen nachhaltigen Lebensstil - und auch im Urlaub müssen sie darauf nicht verzichten. Das Stichwort ist "sanfter Tourismus". Aber was ist das genau?

Der umweltfreundliche Aspekt gehört zweifelsohne dazu, aber auch die Tatsache, dass sämtliche Formen dieses Tourismus' kulturell angepasst, sozial gerecht und natürlich für die ansässige Bevölkerung tragfähig und wirtschaftlich sinnvoll sind.

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Das bedeutet nicht automatisch ein Flugverbot oder Urlaub auf dem nächstgelegenen Bauernhof, nach dem Motto: "Franken statt Frankreich". Aber es lohnt sich durchaus, zu prüfen, ob die Entfernung vom Wohn- zum Urlaubsort im angemessenen Verhältnis zur Reisedauer steht. Kurzurlaube bieten zwar die Möglichkeit, spontan aus dem Alltagstrott auszubrechen. Umwelttechnisch gesehen sind Wochenendtrips und Co. aber alles andere als nachhaltig. Wer partout nicht auf einen Wochenendtrip nach Mallorca verzichten möchte, kann über Atmosfair.de die Höhe des CO2-Ausstoßes für den jeweiligen Flug ermitteln. Der errechnete Betrag kann einem Klimaschutzprojekt zugutekommen.

Augen auf bei der Unterkunftswahl

Ist man erst einmal am Wunschort angekommen, stellt sich die Frage nach der Übernachtungsmöglichkeit. Hotels und Unterkünfte gibt es schließlich jede Menge, sollten allerdings nicht nur nach Preis und Komfort gewählt werden. Wer nachhaltig reisen möchte, sollte hier diverse Aspekte nicht unbeachtet lassen: Von wem wird die Unterkunft betrieben? Steht die Dimension in angemessenem Verhältnis zu Einwohnern und Ortsgröße? Werden regionale Produkte verwendet? Arbeiten Einheimische dort?

Apropos Einheimische: Die ortsansässige Bevölkerung sollte weitestgehend vom Fremdenverkehr profitieren können. Darum bietet es sich an, von Einheimischen geführte Pensionen zu buchen. Das ist in der Hinsicht nicht nur die beste, sondern auch oftmals die preisgünstigste Variante. Dabei unterstützt man nicht nur die Menschen vor Ort, sondern kommt auch gleich in Kontakt mit den Einheimischen. Das ist oftmals spannender als die besten Ratschläge im Reiseführer.

Lokale Läden unterstützen

Bei der Hotelbuchung kann man ebenfalls einiges beachten: Das allseits beliebte "All-inclusive-Paket" sollte man besser umgehen, auch wenn es praktisch und billig ist. Die daraus resultierenden Einnahmen gehen meist komplett an den Einheimischen vorbei. Besser ist es, die Unterkunft zum Essen zu verlassen und Lokale, Cafés und Bars in der näheren Umgebung zu besuchen. Mit ein paar Brocken der Landessprache kommt man erstaunlich weit und es öffnet meist Tür und Tor zu den Herzen der Einheimischen. Es muss nicht immer das All-you-can-eat-Buffet sein mit Gerichten im Überfluss. Denn je größer das Essens-Angebot an den Buffets ist, desto mehr Lebensmittel landen oftmals, wegen Überangebot, auf dem Müll.

Die Sportler und Outdoor-Liebhaber unter den Urlaubern wollen nicht zu kurz kommen. Trotzdem sollten die sportlichen Aktivitäten den lokalen Bedingungen angepasst werden. Vom Golfspielen in trockenen Wüstenregionen ist ebenso abzuraten wie Motorboot-Fahren in Mangrovenwäldern.

Auf Siegel achten

Die Reisebranche hat sich bis heute noch nicht auf ein allgemeines Siegel einigen können, an dem man erkennen kann, wann "sanfter Tourismus" betrieben wird. Auf drei Siegel kann der bewusste Urlauber allerdings achten: Die blaue Flagge zeichnet in 40 Ländern nachhaltig betriebene Gewässer aus. Dazu zählen Binnengewässer, Badestrände und Häfen für Sportboote, an denen man ruhigen Gewissens entspannen kann. Auf Initiative des Bundesumweltministeriums zeichnet Viabono zum Beispiel umweltbewusste Unterkünfte und Campingplätze aus, während man mit der TourCert-Zertifizierung Reiseveranstalter und -büros erkennen kann, die ökologische und soziale Aspekte des Tourismus' berücksichtigen.

Quelle: n-tv.de

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