Demnächst als Max Mustermann unterwegs: Zugbegleiter der Deutschen Bahn.
(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 18. Oktober 2010
Bahn erlaubt Pseudonyme zum Schutz: Zugbegleiter mit falschen Namen
Ob Fahrpreiserhöhung oder Verspätungen: Den Zorn der Reisenden bekommen meist die Zugbegleiter zu spüren. Um sie besser vor Aggressionen zu schützen, erlaubt die Bahn ihren Angestellten nun, im Fernverkehr Pseudonyme zu nutzen. Im Nahverkehr gilt die Regelung seit letztem Jahr.Mit einem Pseudonym auf dem Namensschild können sich künftig mehr Zugbegleiter der Bahn vor aggressiven Reisenden schützen. Seit September dürfen auch die rund 3800 Mitarbeiter in den Fernzügen einen falschen Namen für die Uniform beantragen, wie eine Bahn-Sprecherin in Berlin sagte. Den 4800 Zugbegleitern in Regionalzügen hatte der bundeseigene Konzern dies schon im vergangenen Jahr erlaubt.
"Das dient dem Schutz unserer Mitarbeiter", sagte die Sprecherin. Konkrete Übergriffe im Zusammenhang mit Namen habe es zwar noch nicht gegeben, manche Fahrgäste drohten aber: "Ich finde dich." Beleidigungen und Beschimpfungen nähmen generell zu.
Sorge, künftig nur noch "falschen" Bahnern zu begegnen, müssen Reisende der Sprecherin zufolge aber nicht haben: "Das ist die Ausnahme." Wie viele Zugbegleiter ein Pseudonym benutzen, konnte die Bahn auf Anfrage nicht beziffern.
dpa
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